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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Zehn Gründe, warum Kids grossartig sind

Es gibt keinen vernünftigen Grund, Kinder zu haben. Und doch ist es absolut grandios. Vor allem, wenn man tief drin selbst noch eins ist, so wie Familienbloggerin Sandra C. Hier ihre Top zehn Gründe, warum Kinderhaben so richtig toll ist.

1. Kino: Disney ohne Ende

Ich erzähle relativ gern und oft, dass ich in den letzten zehn Jahren wohl jeden Kinderfilm gesehen habe, der ins Kino kam, aber keinen einzigen für Erwachsene. Ich liebe Kino, aber allein mag ich nicht gehen und wenn ich mich denn mal mit Freunden treffe, möchte ich mich lieber mit ihnen unterhalten, als zwei Stunden schweigend neben ihnen im Dunkeln zu sitzen.

Mit wem gehe ich also ins Kino? Mit den Kids. Und ich hätte echt was verpasst ohne Madagaskar, die Minions oder den Emoji-Film. Leider gehen die Kids inzwischen lieber ohne mich ins Kino. Wenn also jemand ein Kind zum Ausleihen hat für den nächsten Disney-Streifen, der ins Kino kommt – bitte melden!

2. TV: Alte Lieblingsserien

Es stimmt zwar, dass die Kids heute fast kein Fernsehen mehr schauen. Mit YouTube sehen sie, was sie wollen, wann sie wollen, wie oft sie wollen. Ihre Youtube-Stars gehen mir zwar allgemein eher auf die Nerven – wie kann man es cool finden, jemandem beim Gamen zuzuschauen oder sich stundenlang dieses nervige Gequassel reinzuziehen, ohne dass was passiert?

– auch wenn ich hin und wieder auch dort mal eine Perle entdecke. (Schaut euch mal die drei deutschen Youtuber an, die deutsche Songs von Google übersetzen und wieder zurückübersetzen lassen – zum Schiessen!). Aber ab und zu schauen sie – beziehungsweise ich – immer noch ihre alten Lieblingsserien auf «Nickelodeon». Zieht euch mal Ariana Grande in «Victorious» rein. Grossartig!

So ein bisschen verständnislos und uncool muss man als Mutter ja doch noch sein.

 

3. Musik: Hitparaden-Zeug

Ja, ich bin eine von denen, die gern mal im Rolling-Stones- oder Led-Zeppelin-Shirt durch die Gegend laufen. Aber auch wenn ich Pink Floyd nach wie vor für die beste Band der Welt halte, habe ich manchmal so Ausfälle und höre ganz gern dieses Hitparaden-Zeug an – zu Recherche-Zwecken, versteht sich, damit ich weiss, was meine Kinder so hören.

Zugegebenermassen kann ich mich aber weder mit dem Hip-Hop- und Rap-Schrott, den mein Sohn hört, noch mit dem von meiner Tochter über alles geliebten K-Pop richtig anfreunden. Das ist auch gut so. So ein bisschen verständnislos und uncool muss man als Mutter ja doch noch sein.

4. Freitzeitparks: Ich liebe sie!

Ich liebe Freizeitparks, Chilbi, Achterbahnen. Ich mag zwar grundsätzlich keine Bahnen, bei denen ich auf dem Kopf stehe und keine, die zu sehr rütteln, aber sonst bin ich relativ schmerzfrei. Und da man als erwachsene, vernünftige Person kaum allein in einen Freizeitpark geht, bin ich meinen Kindern sehr dankbar, dass sie diese genauso toll finden wie ich.

Und dass sie es cool finden, wenn ich mit auf die Bahnen gehe. Meistens. Das heisst, wenn ich mich an gewisse Regeln halte. Ich darf zum Beispiel nicht schreien, das finden sie peinlich. Aber die Augen muss ich offen halten, denn Augen zumachen ist für Angsthasen. Kapiert?

5. Essen: Spaghetti, fertig, los

Das mit dem Essen ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen nervt es mich, dass ich gewisse Dinge nicht kochen kann, weil sie niemand mag ausser ich – Auberginen, Pilze, alles, was mit Käse überbacken ist. Zum anderen ist es völlig okay, jeden zweiten Tag Spaghetti zu kochen, wenn man Kinder hat. Tomatensauce hat ja auch Vitamine. Oder?

Ich hab zwei Kaninchen und muss sie nicht mal selbst ausmisten, denn offiziell gehören sie den Kindern und die müssen ja auch ein bisschen Verantwortung übernehmen.

6. Klamotten: Hach, diese süssen Babykleidchen

Ja, ich weiss, das tönt total blöd und furchtbar oberflächlich, aber es ist vermutlich das einzige, was ich aus den Baby-Zeiten meiner Kinder vermisse: Ihnen die süssen, tollen, coolen Baby-Kleider zu kaufen. Die winzigen Turnschühchen – mein Sohn hatte sogar mal Baby-Bikerboots – und Glitzersandalen (heute haben beide grössere Füsse als ich und ich trage die Sneakers meiner Tochter nach).

Die niedlichen Cargo-Hosen und Jeansjäckchen. Hach. Meine Tochter kauft sich ihre Kleider mittlerweile selbst. Aber sie weiss genau, dass ich selten nein sage, wenn wir gemeinsam was Cooles sehen, für das ich beim besten Willen zu alt bin. Ein nettes Lächeln, ein Augenaufschlag und schon hängt die Oversize-Jeansjacke oder das Snipes-Shirt in ihrem Schrank.

7. Haustiere: Kaninchen-Jackpot

Selbstverständlich gehören die Kaninchen den Kindern. Schliesslich waren Haustiere ihr grösster Wunsch. Nicht meiner. Gar nicht. Überhaupt nicht. Vielleicht ein bisschen. Ok, es hat nicht viel Überzeugungsarbeit gebraucht. Mein Grossvater hat schon Kaninchen gezüchtet, und ich fand die Nager schon immer supersüss. Jetzt hab ich den Jackpot: Ich hab zwei Kaninchen und muss sie nicht mal selbst ausmisten, denn offiziell gehören sie den Kindern und die müssen ja auch ein bisschen Verantwortung übernehmen.

Wisst ihr, was mich am meisten stört am Älterwerden? Dass man irgendwann alles schon hinter sich hat.

8. Diskussionen: Meine liebsten Gesprächspartner

Als meine Kinder klein waren, schien sich die ganze Welt plötzlich nur noch mit mir übers Stillen, Kinderwagen und erste Schritte unterhalten zu wollen. Ich vermisste erwachsene Diskussionen. Heute sind meine Kinder meine liebsten Gesprächspartner.

Erstens, weil ich mich über Dinge unterhalte, über die ich mit meinen Freunden und Kolleginnen allgemein nicht rede – oder habt ihr euch schon mal mit euren Leuten darüber unterhalten, warum es eigentlich so viele verschiedene Sprachen gibt auf der Welt – und zweitens, weil die Kids öfters ganz andere Ansichten haben als Erwachsene.

So kann man zum Beispiel an und für sich jede Komponente eines Gerichtes mögen, aber die Kombination davon nicht, weil sie einen anderen Geschmack ergeben, sobald sie gemeinsam auf die Geschmacksnerven treffen. Findet eine knapp Vierzehnjährige. Und wenn man so darüber nachdenkt, macht das auch durchaus Sinn.

Der erste Schultag, die erste Liebe, die erste Enttäuschung, die ersten Ferien ohne Eltern. Durch meine Kinder erlebe ich das alles indirekt nochmal.

9. Dinge nochmal erleben

Wisst ihr, was mich am meisten stört am Älterwerden? Dass man irgendwann alles schon hinter sich hat. Das ist nichts Schlechtes, aber dieses Gefühl, alles noch vor sich zu haben, dass alles irgendwann, irgendwie möglich ist, das vermisse ich manchmal. Der erste Schultag, die erste Liebe, die erste Enttäuschung, die ersten Ferien ohne Eltern. Durch meine Kinder erlebe ich das alles indirekt nochmal. Und das ist etwas vom Allertollsten am Kinderhaben.

Das Wissen, liebe Kinder, dass auch ihr in eurem Leben irgendwann erschreckt feststellen werdet: «Ich bin wie meine Mutter!», bringt mich heute schon zum Lachen.

10. Einen grösseren Einfluss haben, als die Kids wahrhaben wollen

Meine Kids haben «Die unendliche Geschichte» - eine meiner liebsten Lieblingsgeschichten aller Zeiten – schon als Knirpse geliebt. Meine Tochter hat das Buch sogar zweimal gelesen. Und sie liebt «The Big Blue» und «Amadeus» - zufällig auch zwei meiner liebsten Filme (mit «Eyes wide shut» und «A clockwork orange» warten wir jetzt grad noch ein bisschen.)

Selbstverständlich ist eigentlich alles, was ich mag, total out und unheimlich peinlich. Dass trotzdem noch ab und zu die White Stripes aus dem Zimmer meines Sohnes tönen (natürlich nur dann, wenn seine ultrahippen Hip-Hop-Kumpels nicht da sind), hat nichts damit zu tun, dass ich sie gern höre.

Und meine Tochter würde sich wohl eher die Zunge abbeissen, als zuzugeben, dass sie meine Klamotten eigentlich ganz in Ordnung findet, obwohl sie immer rausposaunt, das sehe «komisch» aus – kauft sich dann aber das gleiche Paar Sneakers wie ich in einer andern Farbe. Und das Wissen, liebe Kinder, dass auch ihr in eurem Leben irgendwann erschreckt feststellen werdet: «Ich bin wie meine Mutter!», bringt mich heute schon zum Lachen.