Der schicke Mann und seine Frauenkleider

Lena fragt: Mami, warum zeichnet dieser Mann Frauenkleider? - Hmmmmm, weil es ihm Spass macht? - Sind Männerkleider denn weniger lustig?
Steffen Schraut. Herr des guten Geschmacks.

Sein Lieblingsstoff ist Schokolade. Seine Kleider aber sind besser als diese.

Schreibe ich hier gerade einen Werbetext?

Fakt ist: Steffen Schraut imponiert mir.

Er ist einer dieser Menschen, die nicht stromlinienförmig durch's Leben gehen, die Dinge tun, worüber andere den Kopf schütteln und am Schluss eben doch Recht kriegen.

Aber von vorne:

Steffen Schraut ist Banker. "Du sollst etwas richtiges lernen", haben auch ihm besorgte Eltern mitgegeben, er gehorchte. Um schon bald zu merken, dass sie ihn nicht befriedigte, diese Welt aus Schein und Scheinen.

  Steffen Schraut können wir Frauen nicht haben, wir können ihn aber tragen.

Er wollte Bügelsex (Lena, das erkläre ich dir ein andermal).

Bügelsex nennt er Kleider, die das Begehren der Frau schon wecken, wenn sie einfach an einem Bügel hängen.

 

Beyoncé verliebte sich, Liz Hurley und eine ganze Reihe von deutschen Fernsehstars.

Weiblichen, versteht sich.

Steffen Schraut zeichnet Frauenkleider.

Warum?

"Frauenkleider lassen mir in meiner Kreativität unendliche Möglichkeiten. Ich kann spielen mit Materialien, Formen, kleinen Details."

Die kleinen Details, die Frauen so glücklich machen und Männer so selten verstehen.

Hier eine Masche, dort Pailetten und erst der Stoff! Ganz klar: hier wird man eingelullt.

Versteht er uns wirklich?

In der nächsten Saison geht nichts ohne...?

"Schleifentops aus Seide, handschuhweiche Hotpants und Blusen, Röcke oder Kleider mit schwarz-créme farbenen Tupfen."

Oh ja, er versteht.

 

Carla Bruni und Madonna sind seine Stilikonen

Und wie modisch ist die Schweizer Frau?

"Sie kleidet sich stilvoll und trendbewusst. Eine wichtige Rolle spielt ein gewisses Understatement, dies ist auch nach meinem Geschmack. Daher von mir ganz klar ein grosses Kompliment! Tip Top!"

Sagt's, als würde er in der Jury einer Castingshow sitzen. Und genauso hat man eine gewisse Freude an diesem Kompliment.

 

Am Küchentisch entstanden seine ersten Shirts, mittlerweilen gehört er zur oberen Liga der deutschen Designer. 2001 war seine "Geburt" (wie deine, Lena). Und man mag ihm ein langes Leben wünschen. Denn er hilft, unseres ein bisschen schöner zu machen.

 

 

PS: Es wurde eben doch ein Werbetext. Aber dieser Designer ist einfach gut. Punkt.

PS.2: Bilder seiner Kollektion auf www.styleme.ch.