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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Die Postautos dürfen nie so versagen wie ihre Chefs!»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal dem Post-VR-Präsidenten Urs Schwaller, der die Öffentlichkeit über den Postskandal informierte.
Urs Schwaller Bild für Rothebühler Kolumne
© Keystone

«Misten Sie noch radikaler aus!» Post-VR-Präsident Urs Schwaller zeigt, wo es langgeht.

Lieber Urs Schwaller

Jetzt haben Sie als VR-Präsident alles auf den Tisch gelegt, die Verantwortlichen geschasst und sich erschüttert gezeigt, mit welcher Energie die Verantwortlichen der Postauto AG betrügerisch vorgegangen sind. 

Die prüfenden Experten nennen das Geschehene nur «ein kollektives menschliches Versagen». In Italien würde man von Mafiamethoden reden. Aber hierzulande können selbst strenge Experten nicht recht glauben, dass sich hohe Pöstler bewusst zu bösen Tricksereien hinreissen lassen, die Bund, Kantone, Steuerzahler und Geschäftspartner schädigen. Nein, die Herrschaften haben nur «menschlich versagt». Man kriegt fast Mitleid mit diesen Versagern… 

Wer mir und vielen Postkunden echt leidtut, sind die Postauto-Chauffeure! Die jetzt faule Sprüche hören müssen. Und keine Boni kriegen. Wie diese Leute die Cars durch die engen Täler des Tessin und des Wallis steuern, sicher und ruhig, das ist grosse Klasse, Schweizer Präzisionsarbeit. 

Es gehört zur Schweiz wie das Matterhorn und das Fondue

Wenn ich Tütato höre, schlägt mein Herz höher. Darum bitte jetzt nicht mit dem Gedanken spielen, das Postauto an Private zu verschachern! Es gehört zur Schweiz wie das Matterhorn und das Fondue. 

Misten Sie den Stall noch radikaler aus! Packen Sie das Übel an der Wurzel: Geben Sie den Politikern mal den Tarif durch, was ein nachhaltiger Service public sein muss, der nicht von dieser unseligen Gewinnablieferung an den Bund gesteuert wird, die gute Leute zu Gaunern werden lässt.

Helfen Sie, dass wir weiterhin stolz sein können auf die Post, die gelben Postautos und ihre Chauffeure, die nie so versagen dürfen wie ihre Chefs. Tütatoooo!

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler