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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Eigentlich hätte die ‹Arena› in Ausstand treten sollen»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal dem SRF «Arena»-Moderator Jonas Projer.
Jonas Projer
© Oscar Alessio / SRF

«Dem alten Erfolgsrezept treu geblieben»: «Arena»-Moderator Jonas Projer.

 

Irgendwie war Ihre letzte «Arena» zu «No Billag» zum Scheitern verurteilt. Wie kann man cool und neutral bleiben bei einer Diskussion, wo es um die Abschaffung des eigenen Jobs geht? Eigentlich hätte die «Arena» in Ausstand treten sollen, das heisst die Debatte um die Initiative denen überlassen, die ja alles besser machen (künftig, sofern die Initiative durchkommt): den Privaten. 

Zwar ist es besser herausgekommen, als ich dachte. Sie haben Ihren Job gut gemacht, das sagt auch die einhellige Medienkritik. Aber zur Erleuchtung der Zuschauer hat diese «Arena» sicher nicht geführt. Die einzige Frage, die noch heute diskutiert wird, lautet: Wer ist arroganter – der junge Kessler oder der scharfe Projer? Ich sage nur, Sie sind wenigstens dem alten Erfolgsrezept treu geblieben, das für Boulevard und TV-Spektakel wie die «Arena» gilt: «Everybody loves a fight» – alle lieben einen Kampf.

Eigentlich hätte die ‹Arena› in Ausstand treten sollen

Bravo, die Funken stoben. Auch das Nachspiel war vom Besten. Beide Protagonisten des Hahnen-Kämpfleins konnten sich als Opfer darstellen. Kessler als ohnmächtiges Opfer des übermächtigen Molochs SRG und Sie als Opfer von feigen anonymen Drohungen. Wozu ich anfügen möchte, dass es noch ein zweites Motto gibt, das Sie sich künftig zu Herzen nehmen sollten: Nie klagen. Schon gar nicht gegen irgendwelche Idioten, die sich mit Morddrohungen profilieren. 

Aber eins muss man Ihnen lassen: Sie haben wieder mal bewiesen, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen stark genug ist, um politischem Druck und Manipulationsversuchen aller Art standzuhalten. Genau das ist den Gegnern ein Dorn im Auge. 

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler

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