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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Natürlich haben Sie etwas überreagiert»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr.
Die Rothenbühler Kolumne: Mario Fehr
© © KEYSTONE / ENNIO LEANZA

Im Kreuzfeuer: Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr, 59 (r.)

Lieber Mario Fehr
 
Ist Zürich wirklich derart politisch verroht, dass öffentlich diskutiert werden muss, ob es noch demokratisch ist, einem Regierungsrat, mit dem man nicht einverstanden ist, einfach mal einen Becher Bier übers Haupt zu schütten, um sich dann feige davonzutrollen? Sind wir schon soweit, dass dies selbst für Polizisten eine «reine Lappalie» ist?
 
Ich lese Kommentare, wo das Verhalten des jungen Angreifers, der Sie in der Libero-Bar des FC Winterthur mit Bier begossen wird, auf die gleiche Ebene gestellt wird wie das Ihre. Natürlich haben Sie etwas überragiert, als Sie bei der Ihnen untergebenen Kantonspolizei einen Strafantrag einreichten, obschon dafür die Winterthurer Stadtpolizei zuständig wäre. Das war nicht klug, aber noch lange nicht undemokratisch!
 
Die Untersuchung hat zum Täter geführt: Dummerweise war es der Sohn der Thurgauer SP-Sicherheitsvorsteherin Cornelia Komposch. Was wieder einmal zeigt, dass man sich in der SP vor den eigenen Leuten und deren Früchtchen am meisten in Acht nehmen muss. Der Flegel hat sich entschuldigt und 30 Franken für die Reinigung des Anzuges bezahlt. Worauf Sie Ihre Anzeige, wie es sich in solchen Fällen gehört, zurückgezogen haben.
 
Natürlich haben Sie etwas überreagiert
 
Ich kann nur staunen: Da schaut ein ganzer Kanton schadenfreudig zu, wie das Ansehen des Sicherheitsdirektors durch einen politischen Hooligan beschädigt wird. Und hinter seinem Rücken kritisieren erst noch Untergebene sein Vorgehen gegenüber der Presse, anonym und in flagranter Verletzung der Treuepflicht. Ist das noch Zürich? Es genügt offenbar nicht, Fehr zu heissen, um an der Limmat fair behandelt zu werden.
 
Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler