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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Sie sind das Gegenprogramm zur ätzenden Twitter-Show»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal der ehemaligen US-First-Lady Michelle Obama.
Michelle Obama Oprah
© Dukas

Michelle Obama (r.) auf Vermarktungstour ihres Buches – unterstützt von Oprah Winfrey. 

Liebe Michelle Obama

Es hätte mich einiges gekostet, Sie live zu sehen. In Brooklyn kosten die Plätze von 500 bis 2700 Dollar! Immerhin sind zehn Prozent der Plätze für Studenten zum Sparpreis reserviert. Gigantisch auch die Voraushonorare für Ihre Biografie und die von Barack, 60 Millionen für beide.

Galerie: Michelle Obamas Leben in Bildern

Jetzt läuft die Vermarktung Ihres Buches «Becoming», mit Medienecho weltweit, einem «Elle»-Titelbild und zehn «intimen Konversationen» in riesigen Hallen (à 20 000 Plätzen). In Chicago war Oprah Winfrey Gesprächspartnerin. Nach Ihrer Tour startet die von Barack, noch grösser angelegt. Das zeigt: Sie beide sind zurzeit die absoluten Superstars.

Das ist gut so, denn Ihre Geschichte ist die bessere Geschichte Amerikas: vom schwarzen Mädchen aus South Chicago, das es bis ganz nach oben geschafft hat, ins Weisse Haus, das Sklaven gebaut haben. Sie sind das Gegenprogramm zur ätzenden Twitter-Show des hässlichen Donald.

Sie machen jungen Frauen Mut

Sie sind ehrlich, offen, herzlich und zuallererst eine Mutter, die ihre Kinder schützen will: In Ihrem Buch geben Sie Einblick in die Schwierigkeiten einer Ehe, die von aussen immer so brillant aussah. Sagen, wie schwer es war, Kinder zu kriegen und als First Lady einen Mann zu begleiten, der eigentlich nie anwesend war.

Gestehen auch – und das im prüden Amerika (!) – was beim ersten innigen Kuss mit Barack geschah, «eine überwältigende Welle von Lust, Dankbarkeit, Erfüllung und Bewunderung» überkam sie. Sie machen jungen Frauen Mut. Zeigen, dass man die besten Seiten Amerikas weltweit repräsentieren kann, ohne selbst in die Politik zu gehen. Amerika kann Ihnen nur Danke sagen.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler