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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Nicht weil Sie eine Frau sind. Weil Sie besser sind!»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Ständerätin Karin Keller-Sutter.

Liebe Karin Keller-Sutter

Eigentlich ist es eine Beleidigung, dass Sie gewählt werden sollen, weil es unbedingt eine FDP-Frau sein muss. Nachdem Ihre Partei die erste Bundesrätin geschasst und mehrere Kandidatinnen verheizt hat. Jetzt weibeln die Frauen sogar für eine doppelte Frauenkandidatur, damit ganz sicher eine Frau den Sitz von Johann Schneider-Ammann bekommt. Als ob Sie es nötig hätten, dass Ihnen ein Schwesterchen das Händchen hält. Was für ein Theater! 

Karin Keller-Sutter
© Fabienne Bühler
Unbestrittene Favoritin für den Bundesrat: Karin Keller-Sutter.

Sie sind die unbestrittene Favoritin. Nicht weil Sie eine Frau sind, sondern weil Sie einfach gut sind, das heisst: besser! Regierungserfahrung, im Ständerat eine gewichtige Stimme, eine Politikerin mit Mut, die in St. Gallen früh gegen Hooliganismus, Asylmissbrauch und Gewalt in der Ehe durchgegriffen hat. So mutig, dass man Sie «Blocher im Jupe» genannt hat. 

Was für ein Theater!

In Bern brachten Sie dann Kompromisse mit der SP zustande, männiglich fand: Doch, doch, so ganz rechts ist sie auch wieder nicht. Das Einzige, was Ihren lieben Kollegen und Kolleginnen im Parlament echt missfallen könnte, ist, dass Sie so prädestiniert sind fürs Amt, viel eher als viele Männer, die auch gerne möchten. Diese Superwoman aus St. Gallen muss nicht meinen! Lieber ein harmloser Papeli aus dem Emmental, haben viele gedacht, als Sie vor acht Jahren brutal abgewunken wurden. Ausgerechnet auch von linken welschen Frauen übrigens.

Apropos welsch: Wenn Sie gewählt werden, hat der Bundesrat endlich wieder ein Mitglied aus der Deutschschweiz, das sehr gut Französisch spricht. Wieder ein Punkt für Sie. Also, vor einer zweiten Niederlage brauchen Sie sich nicht zu fürchten.

Mit freundlichen Grüssen

Peter Rothenbühler