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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Sie strahlen so viel Frische, Enthusiasmus und Eleganz aus»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Eishockey-Topskorerin Alina Müller.
Alina Müller_Eishockey
© getty

Die Hockey-Nati der Frauen beim 3:1-Sieg gegen Japan mit Goalie Florence Schelling (M., Nr. 41) und Topskorerin Alina Müller (l., Nr. 25).

Liebe Alina Müller

Ich bin in wenigen Tagen zum totalen Fan des Frauen-Eishockeys geworden. Nicht nur weil Sie selbst als Stürmerin so viele Tore gegen Korea, Japan und Schweden geschossen haben. Sondern auch weil Sie und Ihre Mitspielerinnen so viel Enthusiasmus, Frische, Fröhlichkeit und Eleganz ausstrahlen, wie man es selten von einer Sportler-Mannschaft verspürt.

Dagegen wirken verbissene Männerteams mit ihren vernarbten Gesichtern wie leidende Dinosaurier.

Wie Sie strahlen können, die Kolleginnen umarmen und sich auch bei der genialen Torhüterin Florence Schelling immer wieder bedanken. Wunderbar! Auch Frauen sagen es offen: Die ganze Mannschaft sieht erst noch unverschämt gut aus. Dagegen wirken verbissene Männerteams mit ihren vernarbten Gesichtern wie leidende Dinosaurier.

Was mir besonders gefällt: das hohe technische Niveau, der Spielfluss, die klugen Spielzüge und dass es die Brutalität, die man bei den Männern erlebt, diese harten Bodychecks, bei Euch einfach nicht gibt. Weil es den Frauen verboten ist, um der Verletzungsgefahr vorzubeugen. Auch der Gesichtsschutz ist ja obligatorisch.

Jetzt fiebere ich mit und hoffe, dass es wieder ein Hockeywunder gibt wie damals in Sotschi 2014.

Genau diese Massnahmen machen den Sport schöner, denke ich. So wird die Spielintelligenz wichtiger. Eigentlich sollten es die Männer gleich machen. Jetzt fiebere ich mit und hoffe, dass es wieder ein Hockeywunder gibt wie damals in Sotschi 2014, wo Sie Bronze holten (die erste Hockey-Olympiamedaille der Schweizer überhaupt seit 1948!).

Damals waren Sie mit 15 die jüngste olympische Hockeyspielerin mit Medaille aller Zeiten. Jetzt sind Sie selbst schon Weltmeisterin im Olympische-Tore-Schiessen. Ich denke, die Zeit, wo das Women’s Hockey bei uns ein Mauerblümchendasein fristet, ist endgültig vorbei.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler