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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Sie werden weiterhin bescheiden leben»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Angela Merkel.
Angela Merkel
© Dukas

Heilige der Politik: So bleibt uns Angela Merkel, 64, als Bundeskanzlerin in Erinnerung.

Liebe Angela Merkel

Für Sie wird alles nur noch besser. Ihre Popularität wird in schwindlige Höhen klettern. Man feiert Sie heute, wo Sie den Vorsitz der CDU abgeben, schon wie eine Heilige der deutschen Politik. Wie hymnisch werden die Abgesänge erst sein, wenn Sie als Kanzlerin die Bühne verlassen. 2021? Oder schon 2019? 

Sie werden sämtliche Preise kriegen, die es für verdiente Politiker(innen) gibt. Überall als Gast-Rednerin begehrt sein. Die «mächtigste Frau der Welt» («Time Magazine») wird dann definitiv zum grössten Polit-Star. Es wird viele Angela-Merkel-Plätze und -Strassen geben. Endlich reichts dann auch für längere Ferien in der Schweizer Bergwelt. Es gibt noch viele Wanderwege, die Sie nicht kennen! 

Ich denke, Sie werden nicht internationale VR-Mandate sammeln, eher weiterhin bescheiden leben und die vielen Blazer in allen Farben austragen. Vielleicht Ihre Memoiren schreiben? 

Sie zeigten immer starke Nerven

Alle werden Sie vermissen, in Europa, in Deutschland, auch in der Schweiz: Trotz der Machtfülle Ihres Amtes haben Sie regiert wie unser Bundesrat, stets auf der Suche nach dem Kompromiss, recht zögerlich zwar, aber solid. Darum finden wir Sie so gut. Wehe Ihren Nachfolgern! «Mutti» hätte das anders gemacht, wird man noch lange sagen. 

Sie waren keine eiserne Lady, eher eine sanfte Mutter, die nicht grosse Gesten machte, nur die berühmte Raute mit den beiden Händen. Sie zeigten immer starke Nerven, sagten stets, wir wollen das erst mal anschauen. 

Und das Wichtigste – sie zeigten Herz! Zu viel gegenüber den Flüchtlingen, findet die Rechte. Aber gerade dafür wird man Ihnen später danken – von allen Seiten. 

Mit freundlichen Grüssen

Peter Rothenbühler