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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Von mir aus könnten Sie noch lange im Programm bleiben»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal dem SRF-Moderator Kurt Aeschbacher, der wegen Sparmassnahmen aus dem Programm gestrichen wurde.

Lieber Kurt Aeschbacher

Es ist grotesk und eine Beleidigung für Sie und für Ihre Fans, wie plump Sie aus dem Programm gekippt wurden. Als Sparmassnahme! Ihren Abgang hätte SRF mit Rosen, rotem Teppich und Feuerwerk feiern müssen. Aber nööö. Der bunteste Vogel der Schweizer TV-Landschaft, der amtsälteste Moderator, der uns schon im «Karussell» (damals noch mit Schnauz), in «Grell-pastell» und «Casa Nostra» Freude gemacht hat, wird einfach auf dem Spar-Altar geopfert. Ex und hopp! 

Was trägt er wohl dieses Mal, fragten wir uns immer, längst bevor Gottschalk mit exzentrischer Mode auftrat. Wir freuten uns stets, wenn Sie Ihr Gegenüber sanft aus der Reserve holten. Sie haben bewiesen, dass es auch intelligente Unterhaltung gibt – ohne Lösli. Und dieses Lachen! Keine Kummerrunzeln im Gesicht, der Aeschbi, nur Lachfalten. 

Von mir aus könnten Sie noch lange im Programm bleiben

Gut, dass Sie nächstes Jahr noch als Ersatzspieler in der Gartenserie «Hinter den Hecken» zu sehen sind. Zurück zum Garten, ein schönes Finale für einen, der bei der Gartenausstellung «Grün 80» entdeckt wurde. Besonders angenehm fand ich immer Ihre Selbstironie. 

Sie sind nicht einer, der an der Starrolle fast zerbricht wie einst Heidi Abel oder Mäni Weber. Von mir aus könnten Sie noch lange im Programm bleiben. Das Stammpublikum ist ja auch um die siebzig. Und der andere Talker ist auch noch da. Und älter als Sie. 

Natürlich tobt jetzt die Social-Media-Sphäre: Werft Schawinski raus, behaltet Aeschbi, blökt sie. Nein, sage ich, beide müssen bleiben, der Schmusekater und der Pitbull. Einzigartige und so unterschiedliche Charakterköpfe wie Aeschbi und Schawi machen das Programm erst spannend. 

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler