Eat Pay Live

Boiling Bangkok

Wer überfordert ist von der aktuellen Hitze in Thailand, der sollte seine Energie nicht mit Klagen verschwenden. Und vielleicht das Cool-Down-Programm von Bloggerin Barbara Lanz befolgen.

Aber ja, bei 37 Grad ists richtig warm. Und ja, Bangkok ist eine Grossstadt. Trotzdem überleben wir hier, ziemlich gut sogar. Wer also seine Thailand-Ferien für April bucht, soll entweder keinen Stop in der Stadt einlegen und direkt ans Meer reisen. Oder aber man stellt sich auf tropische Hitze ein. Ihr dürft klagen, wirklich, aber bitte nicht mehr als wir es tun. Denn wenn man nicht gerade um 12 Uhr mittags die Walking-Tour durch China Town macht, oder die Velo-Tour um den Lumphini-Park, dann kann man es richtig schön haben hier. Und zwar so:

FÜR SCHÖNGEISTER

Spa
Die Thai-Massage gehört zu Thailand wie die Sauna zu Finnland. Warum also nicht die schlimmste Zeit des Tages zur schönsten machen? In Bangkok gibt es zwar wahrscheinlich noch mehr Massage-Salons als es 7Elevens gibt, aber es sind halt eben doch nicht alle einfach gut. Ein sicherer Wert ist «Health Land», eine Spa-Kette, die in der ganzen Stadt verteilt zu finden ist, und die für 500 Baht (rund 15 Franken) eine zweistündige Thai-Massage bietet. Und zwar nur das. Der Rest des Angebots ist Seich, also bitte nicht im Eifer noch die Manicure und Pedicure buchen oder gar das Facial. Das gibts nämlich an anderen Orten.

Nägel
Wer keine eingewachsenen Zehennägel möchte und es begrüsst, wenn der Nagellack länger als 2 Tage hält, der geht zu «Sense of Nails». Ein bisschen versteckt an der Soi Convent (von der Sky-Train-Station Saladaeng zu Fuss in 5 Minuten erreichbar) liegt dieses kleine Häuschen. Der grosse Vorteil: Es braucht keine Reservation, da gefühlte 200 Frauen da arbeiten. Der Nachteil: Für dieses Programm muss man mindestens 2 Stunden einrechnen, denn legen die Damen los, möchte man gar nicht mehr aufstehen.

Facials
Bei der Gesichtspflege ist in Bangkok Vorsicht geboten. Für Schweizer Preise (also so ca. 150 bis 200 Franken) bekommt man schnell mal gleich eine Collagen-Spritze verpasst. Oder Botox. Oder Whitening-Peeling, das die Ferienbräune der vergangenen 20 Jahre wegwischt. Möchte man also ein Facial, sollte man das Menü ganz genau studieren. Eine sichere Variante gibt es in der Khao-San-Gegend. Für 500 Baht geniesst man im «Shewa Spa» eine ausgiebige Gesichtsmassage, Reinigung, Peeling und Maske - gearbeitet wird nur mit Naturprodukten.

FÜR PLÄUSCHLER

Kafi
Bangkok gehört zu den Städten, die fast zu gross sind für herzige Cafés. Die Kaffeekette in der Mall ist zwar klimatisiert, aber dafür fehlt Aussicht, Gemütlichkeit und Ferienstimmung. In der Hitze draussen zu sitzen ist wie gesagt nicht für jeden geeignet, an einem lauschigen Schattenplätzchen kann es aber durchaus entspannend sein. Wie zum Beispiel im «Madame Musur» an der Soi Rambuttri. Chef Rain und sein Personal servieren Shakes, Kaffee und Gerichte aus Thailands Norden (ein Highlight: das Khao Soi). Und falls die Kafipause dann länger dauert... Die Drinks da sind ebenfalls einen Versuch wert.

Bier
Singha, Leo, Chang und Tiger: In Bangkok gibts (fast) immer und überall Bier. So wie in «Jack’s Bar» schmeckt es aber nirgends. Die kleine Holzbaracke steht direkt am Chao Phraya und ist glücklicherweise nicht so leicht zu finden. Am einfachsten erreicht man sie vom Peninsula Pier aus. Rechts weg und um die Ecke warten Jack und seine Frau. Nicht selten sind schon um 14 Uhr fast alle Tischchen besetzt, denn wer einmal da war, der geht immer und immer wieder. Speziell an dem Laden ist eigentlich nichts. Ausser Jack. Der ist entweder Prophet oder er hat ein tolles Überwachungssystem. Denn schon beim zweiten Besuch erwartet er einen mit dem Getränk, das man beim ersten Mal bestellt hat. Beim dritten Besuch ebenso, nur dass man ab dann auch autorisiert ist, sich selber zu bedienen: «Just take drink and remember at end.» Diese Hütte hat echt Kneipen-Potenzial - und: Sie bietet einen perfekten Blick auf das Treiben am Fluss und den Sonnenuntergang.

Früchte
Bitte, bevor das Royal-D-Anti-Dehydrations-Pülverchen zum Einsatz kommt, gilt es, Thailands natürliche Hilfsmittel zu probieren. «Young Coconut» hilft gegen alles. Gegen zu viel Flüssigkeitsverlust wegen des Schwitzens, gegen Magenprobleme wegen der Hitze, gegen Kopfweh wegen des Biers... Wenns einem richtig mies geht, sollte man unbedingt auch das weisse Gschluder mit essen - «makes body new» und so.

FÜR ALLE

Museen
Gibts an fast jeder Ecke und sie sind meist ziemlich interessant. Zum Pflichtprogramm gehören: Bangkok Art and Culture Center (BACC), Jim Thompson House und für Menschen mit Kindern das Siam Discovery. Dazu muss man ja nicht mehr viel sagen, ausser: Nehmt eine Jacke mit, den Temperatursturz von 40 auf 20 Grad verkraftet nicht jeder.

Puder
Wenn die Thais plötzlich mit weissen Gesichtern, Armen und Beinen herumlaufen, ist das nicht, weil sie einfach gerne heller wären, sondern weil sie wissen, wie man effektiv gegen die Hitze vorgeht. Wer sich nach dem Duschen grosszügig einpudert, der schafft es garantiert trocken bis zum nächsten klimatisierten Plätzchen. Ein wahrer Wunderpuder ist der «Prickly Heat» von Snake Brand. Er kühlt, funktioniert als Deo (es gibt tolle Sorten wie Lavendel, Herbal oder Cool Pink) und lindert Hautirritationen. Also ungefähr so:

Fürs Gesicht gibts Extra-Sorten von anderen Marken, aber Achtung: Da streben die Damen dann doch nach der noblen Blässe, die meisten Puder haben einen bleichenden Wirkstoff und lassen die Ferienbräune innert Kürze verschwinden.

Alle «Eat Pay Live»-Blogs von Barabara Lanz finden Sie im SI-online-Dossier.