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Condo asap!

«One Night In Bangkok Makes A Hard Man Humble» und nach fünf Nächten an der Khao San Road ergebe auch ich mich. Eine eigene Wohnung muss her. Was ungefähr gleich schwer ist, wie ein Taxi zu finden. Wenn es um den Preis geht, erst recht!

Ich bin überwältigt! Um Bangkok zu beschreiben, gibt es keine Worte. Oder eben zu viele. Also machen wir das einfach so, wie es mir empfohlen wurde: Step by Step.

Step 1: Condo asap!

Es gibt sie zu Tausenden, Appartements in Bangkok. «Modern, möbliert, günstig» sind sie alle. Lage: «zentral». Natürlich. Nur wo ist das? Sukhumvit? Banglamphu? Sala Daeng, oder doch Ding Daeng? Schnell ist klar: Farang Lanz – die Weisse – schafft das nicht alleine. Zum Glück hat hier jede Wohnung ihren eigenen Agenten. Yok, Oot, Kaya, heissen sie. Oder David, Richard, Magnus. Sie sind die, die für den eigentlichen Eigentümer vermitteln – und sie ziehen alle Register. Sie sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erreichbar (zum Glück für mich), sind sofort dein bester Kumpel (eher mühsam) und sie haben natürlich das perfekte Objekt für dich (Verkäufer halt).

Welcome to the danger zone

David aus Amerika ist mein erster. Er hat ein unglaubliches Schnäppchen für mich! Ein Appartement an der Sukhumvit Soi 4 – mitten im Rotlichtmilieu, dafür aber topmodern und zu unschlagbaren 15'000 Baht (rund 450 Franken) im Monat. Das Highlight: Ein Tresor von der Grösse eines Menschen mitten im Wohnzimmer. Nun ja, wollte ich das wirklich unbedingt haben? Nach der Besichtigung ist klar, dass dieses Monstrum aus Stahl wohl dringend nötig ist in dieser Gegend. Genau wie die Gitterstäbe vor den Fenstern und der Tür. Den Deal vermasselt David ausgerechnet ein Landsmann, den ich im Lift treffe. Das Ding will nicht ins Erdgeschoss fahren, egal wie verzweifelt ich auf die Knöpfe drücke. Der Ami schaut mich an und sagt: «Das bringt nichts. Zu viele Geister im Gebäude. Zu viele Menschen sind in diesem Haus gestorben. Selbstmord, Mord...» «Danke, David», denke ich mir, lösche seine Nummer und verlasse das Gebäude.

Zu diesem Zeitpunkt hätte ich gerne ein Video meiner ersten Erlebnisse gepostet. Sorry, keine Zeit für solche Spässe. Und der Herr mit dem unglaublich treffend gewählten Namen «Thaifaq» macht schliesslich genau das gleiche wie ich:

Schmächtiges Schwein hilft

Die Geister verfolgen mich noch einige Tage. Zur Verkaufsförderung zählen hier Argumente wie: «Farang immer glücklich hier, viel Liebe mit Thai-Girl», oder «Ghost happy, you happy ». Eine Kombination aus westlichem Pragmatismus und fernöstlicher Spiritualität scheint es am Ende zu bringen: Richard aus Amerika und Oot aus Bangkok versprechen mir ein Bijou. Ein 1-Zimmer-Appartement direkt am Fluss mit Sicht auf die Stadt. Pool, Gym und eigener Laundry-Service inklusive. Dass Richard ein bisschen schräg ist, überrascht ja jetzt nicht. Dass Oot nur Oot genannt wird, weil sie angeblich an ein schmächtiges Schweinchen erinnert, finde ich dann doch erheiternd. Der zweite Besichtigungstermin steht bereits – mit Verabredung zum Tee. Wie gesagt, am Ende dreht sich hier alles um den Preis. Und der will nun mal verhandelt sein...

In diesem Sinne: dje gan ná - bis bald

Barbara