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Hanoi: One city, one love!

Nach Lazy-Laos sind wir im Bienenstock angekommen. Hanoi heisst unser erster Stop in Vietnam: Es summt, es brummt, es gibt Gas, es hupt, es raucht, es zischt... Lanz hat aber für einmal keine Hummeln im Hintern sondern Schmetterlinge im Bauch – und lässt ihren Gefühlen freien Lauf.

Liebstes Hanoi,

Ich schreibe Dir diesen Brief, weil ich nicht weiss, wie ich es Dir sonst sagen soll. Ich habe mich in Dich verliebt. Die drei Tage mit Dir waren einzigartig. All die Motorräder, die durch Deine Strassen rollen, scheinen plötzlich in meinem Bauch zu stecken. Ich habe Deinen Duft noch immer in meiner Nase, in meinen Kleidern, in meinem Kopf. Du hast mich berührt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Erinnerst Du dich an den Morgen am Hoan-Kim-See? Du hast gestrahlt und mich mit Deiner Ruhe für all die Strapazen in den geschäftigen Strassen entschädigt. Deine wahre Schönheit zeigst Du aber erst, wenn es dunkel wird. Dann hast du hast dieses Glänzen. Am schönsten fand ich es, mit Dir am Strassenrand zu sitzen. Das Beef-Barbecue zum selber Grillen schmeckt bei Dir einfach am besten. Dazu tranken wir Bia Hoi – wir sagen dem übrigens in der Schweiz «Stange» - und beobachteten die Menschen, ich wünschte, der Abend hätte nie geendet. Du scheinst die Liebe in Dir zu tragen, oder wie erklärst Du dir sonst die abertausenden Pärchen, die ihr Glück bei Dir gefunden haben? Und selbst wenn Du schon längst müde bist, bleibst Du gastfreundlich. Du weisst schon, der Abend im «Fat Cat», als die Polizei kam... Was hab ich gestaunt, als die Barkeeperin uns vor die Tür geschickt hat, nur um uns 10 Minuten später wieder zurückzuholen. Ja, bei Dir spielt sich selbst hinter verschlossenen Türen Gutes ab.

Besonders beeindruckt hast Du mich mit Deinen Einwohnern. Wer sagt, die Viatnamesen seien unfreundlich, der war wohl noch nie bei Dir zu Besuch. Dem Portier im Hotel wäre bestimmt bald Zucker aus dem Arsch geflossen (entschuldige die Ausdrucksweise), wäre ich noch länger geblieben. Und bei Dir haben alle diesen Blick. Unglaublich. Deine Männer schauen...da kann einem ganz anders werden. So viel Stolz, so viel Würde, so viel Leidenschaft. Aber auch Deine Frauen, sie sind so selbstbewusst.

Ach Hanoi, mir fehlen fast die Worte. Du bist so schwierig zu lesen, denn Du weisst Deine Geheimnisse zu bewahren. Ich habe mich in Dir verirrt und muss wahrscheinlich noch so oft zu Dir zurückkehren. Wirst Du mir jemals offenbaren, was mich so an Dir fasziniert? Wirst Du nächstes Jahr noch die gleiche sein? Und sag, wirst Du meine Liebe je erwidern können?

Hanoi, Du fehlst mir.

In Liebe, Barbara