Für Mama

Was man schon immer mal sagen wollte - Muttertag ist DIE Gelegenheit!

 

Wie ich alle beneide, die diesen Sonntag mit ihrer Mutter verbringen können!

 

Wie sie alle am Frühstückstisch sitzen werden, mit einem dicken Zopf (ofenfrisch) und Rührei und sowieso einem leckeren Buffet mit allerlei Köstlichkeiten, dampfendem Kaffee in weissen XL-Tassen. Die Kinder umarmen die Mutter ungestüm und bedanken sich überschwenglich für die grossen Kleinigkeiten, die sie tagein/tagaus, vorwärts und rückwärts erledigt. Und die Väter tätscheln den Arm der Frau und lächeln sie an: "Schön, dass es dich gibt, Schatz, und danke für alles, was du für uns tust!"

 

Ooooookay. Tagtraum.

 

Die Mutter steht am Fenster, schaut und schaut und schaut noch ein wenig weiter. Eine kleine Träne im Augenwinkel. Wird der Sohn sie besuchen? Mit einem Blumenstrauss, den er noch kurz in der Tankstelle ergattert hat... Sie wird sich trotzdem lächelnd bedanken, dem Sohn danken, dass es ihn gibt. Und er wird nicken, eine kleine Unterhaltung führen und sich nach einer minimalen Anstandszeit verabschieden. Pflicht erfüllt.

 

Ooooookay. Albtraum.

 

Wie feiert man hierzulande Muttertag? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

 

Ich konnte nie Muttertag feiern. Es gab kein Mami. So hab ich früher halt einfach meinen Papi beschenkt mit dem Muttertagsgebastel aus der Schule.

Danke sagen war auch angebracht, bei ihm, der beide Elternteile zu vertreten versuchte.

 

Und trotzdem zuckte ich immer zusammen, wenn es jährlich hiess: "Muttertag steht vor der Tür! Wie feiert ihr mit eurem Mami?"

 

Nun gut. Heute haben sich die Vorzeichen geändert. Ich bin selbst Mutter und kriege jedes Jahr hübsche Bastelarbeiten meiner Tochter. Die werden alle aufbewahrt, weil wirklich sehr rührend (und Balsam für die Mutterseele in all jenen Momenten, in denen sie turnt, den Salto macht, den Spagat dazu, das Kind trotzdem unzufrieden ist und "Mama" kurzzeitig als Synonym für "Sysiphos" geführt wird).

 

Mein Lieblings-Muttertagsgeschenk (steht seit drei Jahren auf meinem Schreibtisch):

Ein Blumentopf mit einer bemalten Holzblume. Auf der Vorderseite steht:

 

"Liebs Mami! Ich möcht dir danke säge,..."

 

Auf der Rückseite hatte die Ex-Kindergärtnerin von Hand geschrieben, was jedes Kind individuell diktierte.

 

Was Lena an mir besonders toll fand:

"... dass du immer so feini Pommes-Frites machsch."

 

(Heute mag sie die von McDonalds lieber.)