Hallo Sinn!

Warum uns die Sinnsuche immer wieder um- und vorantreibt

Wir tun es alle. Auch wenn wir es uns vielleicht gar nicht bewusst sind.

 

Aber täten wir nicht den Sinn des Lebens suchen, immer und immer wieder, dann würde der ganze Alltagsstress, die Hektik des Lebens, die leidenden Herzen, das Fischen in trüben Tiefen wirklich keinen Sinn machen. Oder auf jeden Fall nicht viel.

 

Und so suchen wir ihn also, den Sinn des Lebens. Ohne Anspruch, ihn auch zu finden. Aber alleine der Antrieb ist ein schöner Motor.

 

Diese Woche beeindruckten mich zwei Frauen:

 

Die eine ist eine Arbeitskollegin, die während ihrer ganzen Schwangerschaft liegen muss. Sie nimmt das mit einer unglaublich positiven Energie, freut sich über jeden Tag, der sie der Geburt ihres Kindes näherbringt. "Wenn du deinem Kind damit das Leben rettest, würdest du dies doch auch mit einer Selbstverständlichkeit tun und es nicht hinterfragen? Das ist doch nun etwas, was wirklich Sinn macht im Leben."

 

Die andere ist eine deutsche Mode-Designerin, Nathalie Prieger. Sie hatte alles, was viele sich wünschen: Karriere, Reisen, Geld. Und doch fühlte sich ihr Leben schal an.

 

Irgendwas fehlte, irgendwas, das ihr einen Impuls gab, dass das Aufstehen am Morgen einen Grund, eine Richtigkeit hat.

 

Sie kündigte. Hörte mit ihrem wohl gebetteten Leben auf.

 

Sie beschloss, eine Familie zu gründen, reiste danach durch Indien. Und begriff: "Ein glückliches Leben hängt davon ab, wie sich die Beziehungen zu deinen Mitmenschen anfühlen. Ich entschied, nur noch Arbeitsbeziehungen einzugehen, in denen man sich gegenseitig gut behandelt."

 

Und eines Morgens beim Sonnengruss, mitten in einer Ashtanga-Yoga-Stunde, kam ihr die Idee, unter eigenem Label Kleider zu designen, die der Yoga-Philosophie entsprechen: Achtsamkeit mit sich und der Umwelt. Kleider, die nicht nach Öko-Chic aussehen, aber bei deren Herstellung die Ökologie gross geschrieben wird. Sinn-voll und sinn-lich.

 

Da sie keine Produktionsstätte fand, die sich an strenge ökologische Richtlinien hielt, gründete sie mit ihrem Mann kurzerhand eine eigene Firma. "Wir waren schockiert und wollten ein Zeichen setzen", so Nathalie Prieger. Mode mit gutem Gewissen quasi. "Hier haben wir Transparenz vom Bauern bis zum Verbraucher."

 

Sie traf genau den Zeitgeist. Immer mehr Kundinnen wollen keine Baumwolle auf ihrem Körper tragen, die mit dem Verbrauch von Unmengen an Insektiziden und Pestiziden angebaut wurde.

 

Mandala aus München ist eines der ersten deutschen Mode-Unternehmen mit einer konsequent fair produzierten Kollektion.
 

 

Mir machen die Beispiele dieser Frauen Mut, wieder "anders zu denken", eingefahrenes ad acta zu legen, auch mal eine Kehrtwende zu machen, stehen zu bleiben und wenn nötig einen Kurswechsel vorzunehmen.

 

Auch wenn der Sinn des Lebens vielleicht auch einfach ist, den Sinn des Lebens zu suchen.