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Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Das Thema mit der Hitze

Die Gäste sollten lieber in die Schweizer Seen baden gehen, als sich von einer Klimaanlage anblasen zu lassen. Dazu müssten aber auch die Sommermonate besser beworben werden, ist ein Mitarbeiter des Spitzenkochs und Bloggers Beat Stofer der Meinung.
Schweizer See
© Keystone

Ein Sprung ins kühle Nass nützt auch gegen die sommerliche Hitze.

Jährlich während den heissen Sommermonaten oder den vereinzelt heissen Tagen, wie es bei uns in der Schweiz üblicher ist, verlangt alles und jeder nach einer Klimaanlage - sei es in den Hotelzimmern oder in den Restaurants. Es stellt sich jedoch immer wieder die Frage, ob diese teuren Geräte die Anschaffung überhaupt wert sind, da die Laufzeit derer pro Jahr in der Schweiz so oder so sehr gering ausfällt.

Die Bequemlichkeit der heutigen Gesellschaft schreit förmlich danach, sich per Knopfdruck mit kalter Luft zu erfrischen und sich regungslos in einem kalten Raum aufzuhalten. Dabei gäbe es unzählige Varianten, wie man sich ohne diese, im Endeffekt, kllimaerwärmenden Geräte an den heissen Tagen kühlhalten kann. 

Die Tatsache, dass man an einem sonnigen Tag das klimatisierte Haus gegenüber einem erfrischenden Bad im See vorzieht, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Ich habe zahlreiche Länder bereist, in welchen das Thermometer über die Vierzig-Grad-Marke gestiegen ist. Das Bedürfnis mich vor eine Klimaanlage zu legen, habe ich selbst nie empfunden, da ich mich mit anderen Aktivitäten ablenken konnte oder ich einfach nur gewusst habe, wie ich mit kleinen Tricks mich kühlhalten kann.

Ich frage mich oft, ob wir die Schweiz nicht zu sehr in das Berge-Traumland, welches sie eigentlich ja auch ist, verwandelt haben. Aus aller Welt haben mir die Gäste gesagt, dass sie sich die Schweiz eher kühl vorgestellt haben, anstatt heiss und feucht. Vielleicht sind die Möglichkeiten aus touristischer Sicht noch nicht voll ausgeschöpft. Vielleicht sollte man bei der Vermarktung zusätzlich mehr auf Wassersportarten setzten und uns nicht nur auf die Schönheit der Seen mit den Bergen im Hintergrund beschränken. So gäbe es einerseits mehr hungrige Mäuler zu füllen und andererseits mehr Übernachtungen.

Eigentlich spielt es keine Rolle, ob man Klimaanlagen hat oder nicht. Die meisten Gäste fragen kurz danach und finden sich nach kurzer Zeit damit ab, dass sie ein bisschen schwitzen müssen. Die höhere Priorität in punkto Klimaanlage sehe ich so oder so bei den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Man bedenke zum Schluss: Ist das Essen mit einem guten Wein einmal serviert, die Klimaanlage keinen mehr interessiert.

(Ein Blog von Yanick Gebistorf, i.A. Beat Stofer)

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