haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Beim Weineinkauf eine Nasenlänge voraus

Spitzenkoch Beat Stofer reist ins Burgund und ist begeistert von den dortigen Weinen. Warum es der oftmals schwer hat? Der Blogger geht der Frage auf den Grund - und hat vielleicht eine Antwort.

Von Zeit zu Zeit befasse ich mich intensiver mit einem Weingebiet, ergänze die Karte mit neuen Weinen und mache mir natürlich ein Bild dieser Gegend, indem ich eine Reise dorthin in Angriff nehme. Aus diesem Grund war ich in der letzten Woche für drei Tage im Burgund. Ich denke, dass dieses Weingebiet in den nächsten Jahren einen regelrechten Boom erleben wird. Deshalb wollen wir für diese Zeit schon jetzt die Weichen stellen.

Ich habe gute Kindheitserinnerungen von früheren Reisen mit meinem Vater in dieses Weingebiet. Da ich schon zirka zehn Jahre nicht mehr in dieser Gegend war, war ich ziemlich gespannt, was sich in den letzten Jahren so verändert hat. Ich konnte schon nach dem ersten Kellerbesuch sagen, dass die Winzer im Burgund jeglichem Trend standhalten. Die Fassverkostungen gingen vonstatten wie in früheren Jahren.

Die Winzer waren persönlich vor Ort und beantworteten unsere Fragen. Die tollen alten Keller und der französische Charme kommen mir noch genau gleich vor wie in früheren Jahren. Diese Reise ermöglichte uns unser Burgunderwein-Importeur. Durch seine Beziehungen standen uns sogar die sonst verschlossensten Kellertüren weit offen. Am ersten Tag besuchten wir zwei Weingüter in der Umgebung von Meursault in der Côte de Beaune. Hauptsächlich handelt es sich in dieser Gegend um Weisswein. Erstaunlich, was für eine Bandbreite an Geschmäckern sich in diesen Weinen reflektiert.

Den zweiten Tag begannen wir in Beaune, welches eine tolle, mittelalterliche Stadt ist, bei einem jungen, sehr ehrgeizigen Winzer. Danach fuhren wir weiter in das sogenannte Côte de Nuits. Dieser Teil des Burgunds ist bekannt für den Anbau von Rotwein. Einige davon sind absolute Spitzenklasse. Wir beendeten den Tag mit zwei weiteren Kellerbesuchen und gingen dann ziemlich geschafft zu Bett. Am dritten Tag ging es nach zwei kurzen Besichtigungen und einem ausgedehnten Mittagessen wieder in Richtung Schweiz.

Auf der Heimreise gingen mir so einige Gedanken durch den Kopf. Wieso hat der Burgunderwein teilweise einen schwierigen Stand gegenüber anderen Weingebieten?Liegt es am eher höheren Preis? Liegt es beim Rotwein an der eher helleren Farbe? Oder ist es gar die feine Raffinesse? 

Ich kam am Schluss zum Fazit, dass man sich mit solchen Weinen intensiver beschäftigen muss als mit einem gemachten, wuchtigen Modewein. Denn es ist nicht nur der Jahrgang der zählt. Nein, die richtige Lagerung, das richtige Alter, beim Genuss auch ein bisschen die Erfahrung - und so vieles mehr.

Ich bin der Überzeugung, dass ein gut assortiertes Angebot an Burgunderweinen auf unserer Weinkarte seine Liebhaber finden wird.

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