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Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Der kleine Trinkgeld-Knigge

Blogger und Spitzengastronom Dario Cadonau weiss, dass Trinkgeld ein Brauch in Restaurants ist, in denen man gut bedient wird. Doch wie viel davon gibt man als zufriedener Gast?

Gute Arbeit sollte belohnt werden. Im Restaurant bedeutet das: zuvorkommender Service und eine gute Küche. Leistungen, die üblicherweise mit einem angemessenen Trinkgeld anerkannt werden. Doch welcher Betrag ist angemessen? Und was, wenn das Essen so gar nicht schmeckt und der Kellner eher unhöflich bedient?

DIE «ZEHN-PROZENT-REGEL» 
Wer sich an der Höhe der Rechnung orientiert und etwa zehn Prozent dieser Summe für sein Trinkgeld ansetzt, ist prinzipiell gut beraten. In einer aktuellen Gastronomie-Umfrage gaben die meisten befragten Restaurantbesitzer an, dass gut drei Viertel ihrer Gäste zwischen sieben und zehn Prozent Trinkgeld bezahlen. Ausnahme: Bei Rechnungen über 100 Franken sinkt der gängige Prozentsatz.

UNZUFRIEDENHEIT SPIEGELT SICH IN TRINKGELD WIDER 
Grundsätzlich gilt: Trinkgeld ist keine Pflicht! Wenn Service und Essen nicht nach dem Geschmack des zahlenden Gastes waren, ist Kritik durchaus angebracht. Diese Kritik lässt sich wunderbar über das Trinkgeld ausdrücken - nämlich dann, wenn der Gast komplett auf dieses verzichtet. Wichtig: Zusätzlich die Kritikpunkte sachlich und ruhig gegenüber dem Kellner oder Gastronom vertreten.

WER DEN FÜNFER NICHT EHRT, IST DES FRANKENS NICHT WERT 
Die Rechnung beträgt 12 Franken 40, was viele Gäste dazu animiert, auf 14 aufzurunden. Das kann zu viel sein und ist nicht zwingend notwendig. Eine solche Summe auf 13 Franken 60 zu erhöhen, liegt immer noch innerhalb der Zehn-Prozent-Regel und ist eine ausreichende Anerkennung für Service und Essen.

ANERKENNUNG WIRD BAR BEZAHLT 
Restaurantgäste, die mit Kredit- oder EC-Karte zahlen, sollten immer darauf achten, das Trinkgeld in bar zur Rechnung zu legen. So fallen keine Gebühren für den Restaurantbetreiber an und der volle Betrag geht an die Servicekraft, die sich die Anerkennung schliesslich auch verdient hat.

TRINKGELD IST EINE PERSÖNLICHE ANERKENNUNG 
Viele Gäste lassen das Trinkgeld für ihren Kellner auf dem Tisch legen und verlassen anschliessend das Restaurant. Das gilt als unhöflich. Denn jedes Trinkgeld ist eine persönliche Anerkennung für die geleistete Arbeit und diese sollte auch ebenso übergeben und von einem freundlichen «Dankeschön» begleitet werden.

Ein weiteres Thema, was ich gerne später einmal niederschreiben möchte, ist die interne Aufteilung des Trinkgeldes. Da gibt es verschiedenste Meinungen und verschiedenste Lösungen. Servicemitarbeiter sind der Meinung, dass Sie das Trinkgeld zu 100 Prozent für sich behalten dürfen. Doch was ist mit der Küche, mit den Zimmermädchen und dem Tellerwäscher?

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