haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Der Service muss stimmen! Aber für wen?

Richtig servieren, alles organisieren und immer freundlich lächeln. So einfach wies scheint, ist ein Job im Service nicht. Es ist an der Zeit, ihm etwas mehr Anerkennung entgegenzubringen!

«Schatz, ich habe heute keine Lust zu kochen, gehen wir ins Stadtbistro was essen?»
«Nein, dort möchte ich nicht mehr hin, da ist der Service so unfreundlich.»

Restaurantfachleute sollten also in erster Linie freundlich sein. Nebenbei bedienen und betreuen sie Gäste, arbeiten im Restaurant, am Buffet und der Bar. Sie sollten englische und französische Sprachkenntnisse besitzen, Kontaktfreude ausstrahlen und Verkaufstalent mitbringen. Sie repräsentieren das Restaurant und die Küche, erstellen Rechnungen und kassieren. Gute Restaurantfachleute sollten nicht nur mit Zahlen umgehen können, sondern auch in Stresssituationen und bei Reklamationen immer ein Lächeln für die Gäste auf den Lippen haben.   

Der «Helikopter»-Blick und ein Auge für Details ist mindestens genauso wichtig wie gute Fachkenntnisse. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Planung und Ausrichtung von Veranstaltungen, Tagungen und Festlichkeiten. Des Weiteren organisieren Restaurantfachleute selbstständig Serviceabläufe und präsentieren und servieren Speisen unter Berücksichtigung verschiedener Servierarten. Sie bereiten gelegentlich auch Speisen und Getränke direkt am Tisch des Gastes zu.

Da frage ich mich: Warum ist der Serviceberuf in der Schweiz so wenig angesehen? Obwohl die Löhne hier in der Schweiz mittlerweile angepasst sind, fällt mir auf, dass (fast) kein Schweizer sich selbstbewusst auf die Strasse stellen und verkünden würde: «Jawohl, ich bin Kellner und stolz darauf!» Ganz anders als in Österreich oder Deutschland, wo die Serviceangestellten mit Liebe, wenig Freizeit und einem niedrigen Gehalt dem Beruf mit Herz und Motivation nachgehen.

Nach über 20 Jahren Beobachtung glaube ich, dass dies an der Gesellschaft liegt. In der Schweiz bringt man seinen Kindern bei, dass man nur etwas ist, wenn man Arzt, Rechtsanwalt oder Banker lernt. Die Menschen haben eben das Gefühl, dass jeder als «Tellertaxi» arbeiten kann. Das mag wohl schon stimmen, sofern man nur Wert auf das Servieren von Tellern legt. Man beschränkt sich aber eben nicht nur darauf, denn wir alle kennen einen solchen Dialog wie am Anfang.

Ich finde, der Serviceberuf hat in jedem Fall mehr Anerkennung verdient. Wir brauchen dieses geschulten Fachleute so dringend wie noch nie zuvor. Denn jedes Essen schmeckt doch gleich viel besser, wenn der Service stimmt.

Autor: Jörg Slaschek