haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Ein Hoch auf Schweizer Weine

Blogger und Gourmetkoch Beat Stofer will - wenn es um Wein geht - nicht in die Ferne schweifen. Schliesslich hat auch die Schweiz ein paar schöne Tropfen zu bieten.

Erstaunlich, dass mich heute ein Schreiben von Gault Millau erreicht hat, in welchem die beste Schweizer Weinkarte gesucht wird. Da mein Blog von diesem Monat über Schweizer Weine handelt, zeigt doch, wie topaktuell das Thema ist.

Wieso haben die Schweizer Weine in den letzten Jahren einen solchen Qualitätssprung gemacht? Liegt es an der guten önologischen Ausbildung? Hat vielleicht sogar die Klimaerwärmung einen Anteil daran? Liegt es an den vielen Winzern, die viel investierten und geschäftlich grosse Risiken eingegangen sind? Oder mussten wir einfach besser werden, weil die europäische Marktöffnung schleichend Einzug hält? Ich denke, dass alle Gründe ein bisschen dazu beigetragen haben. Was ich jedoch feststelle, ist der wachsende Nationalstolz der Schweizer. Sei dies im Sport oder wie in diesem Fall beim Wein.

Wir befassen uns schon seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Schweizer Wein. Als wir vor 10 Jahren den Betrieb von meinen Eltern übernommen haben, wollten wir auf der Weinkarte den einheimischen Gewächsen eine grössere Beachtung schenken. Dies natürlich, weil viele Weine einerseits qualitativ in den letzten 20 Jahren zugelegt haben, andererseits sehen wir nicht ein, wieso man Gutes von weit her holen muss. Es liegt doch schliesslich vor unserer Haustüre. Wir beschlossen daher, in Zukunft unseren Gästen vermehrt Schweizer Weine anzubieten. Auf die Schweiz bezogen wollen wir kleine Weingüter berücksichtigen, die vom Besitzer selber geführt werden. Wenn möglich, schätzen wir auch den persönlichen Kontakt mit den dahinter stehenden Personen.

Als Koch habe ich grosses Interesse an der Harmonie zwischen Speis und Trank. Was gibt es da schöneres, als ein Gericht zu geniessen, zu dem der Wein harmonisch abgestimmt ist. Die grosse Sortenvielfalt der Trauben in der Schweiz lässt es zu, dass man zu allen Gerichten etwas Passendes anbieten kann.

Für mich und meine Familie ist es einfach wunderbar, an einem schönen Tag (wie kürzlich) eine Velotour durch die Rebberge zu machen und die schönen Regionen der Schweiz kennen zu lernen. Den Abschluss dieses Tages verbrachten wir bei einem Kellerbesuch auf dem Weingut Grillette in Cressier. Wir wurden herzlich willkommen geheissen und waren beeindruckt, mit welchem Enthusiasmus der Kellermeister von seinen Produkten zu berichten wusste. Solche Begegnungen zeigen mir, dass der Schweizer Wein lebt und dass wir stolz auf unsere Weinproduzenten sein dürfen.

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