haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Raucher müssen draussen bleiben?

Blogger und Spitzenkoch Jörg Slaschek hat ein grosses Herz für seine Kundschaft. Deswegen sind bei ihm - vor allem im Sommer - rauchende Gäste erwünscht. 
Teaser Blog Jörg Slaschek Hund mit Zigarre
© ZVG

Raucher sind doch arme Hunde. Ständig werden sie vertrieben, weiss Spitzenkoch Jörg Slaschek vom Restaurant Attisholz.

Mitten im Sommer laden die Sonnenstrahlen dazu ein, viel draussen zu sein. Das natürlich auch in Verbindung mit einem guten Essen und zum gemütlichen Verweilen auf unseren Terrassen. Natürlich ist der Sommer für alle Raucher eine angenehme Jahreszeit. Sie werden nun nicht mehr «vertrieben» und können ganz genüsslich ihre Zigarren und Zigaretten geniessen. Neulich hat sich jedoch eine Situation zugetragen, die mich etwas zum Nachdenken gebracht hat. Ich machte meine Runde auf der Terrasse und begrüsste meine Gäste...

Ich sprach mit einem netten jungen Pärchen und sie beteuerten, dass vom Service bis hin zum Menü an sich alles einwandfrei war. «Aber der Tisch da drüben hat uns den Abend nicht so geniessen lassen wie wir wollten. Sie rauchen die ganze Zeit und haben uns dadurch den Geschmack versaut. Es sollte einfach verboten werden, auf Restaurant-Terrassen zu rauchen!»

Darüber habe ich nachgedacht. Ich selber bin Nichtraucher (also gut, meine sonntägliche Zigarre muss schon sein) und ich wünsche mir weiss Gott nicht die Zeiten zurück, als man Tisch an Tisch in verrauchten Räumen gesessen und nebenbei versucht hat, ein exklusives Sieben-Gang-Menü zu geniessen. Als das Verbot damals in Kraft getreten ist, habe ich mit vielen Rauchern gesprochen. Nahezu alle bestätigten mir, dass es auch für sie selbst angenehmer sei und ein Menü ganz anders schmecke, wenn sie nebenbei nicht rauchen. Ich selbst bin sehr tolerant und habe für meine Raucher- und Zigarrenfreunde extra eine exklusive «Davidoff Smokers Lounge» gebaut. Selbst wenn mehrere Leute hier unsere exklusiven Zigarren rauchen, riecht man dank des Ionen-Kohle-Filters fast keinen nachhaltigen, unangenehmen Geruch. Es gibt fast nichts Schlimmeres als Raucherräume, in denen die Luft «steht» und man sie schneiden kann.

Nach diesem Gespräch mit dem Paar frage ich mich: Wie weit muss man gehen? Ist das nicht fast schon Ausgrenzung, wenn wir jetzt den Rauchern auch noch verbieten draussen zu «schmöken»?

Ein Grund dagegen ist sicher der wirtschaftliche Faktor. Seit dem Rauchverbot ist unser Kaffee- und Spirituosenkonsum rückläufig. Die Gäste finden den Raumwechsel gar nicht lustig. Sie überlegen sich am Tisch, dass sie den Kaffee ja eigentlich auch zuhause trinken könnten. Dort gibt es für die Herren dann den Rum und natürlich auch die Zigarre. Im Sommer wird viel mehr auf der Terrasse konsumiert! Daher sollte man den Rauchern auch eingestehen, dort rauchen zu dürfen.

Denn: Zigarren sind so köstlich wie das Leben. Und das bewahrt man sich nicht auf. Man genießt es in vollen Zügen. Das sagte schon der polnische Pianist Artur Rubinstein. Daher steht bei mir Genuss in jeglicher Form an erster Stelle!

In diesem Sinne, liebe Raucher, solange es nicht verboten ist, seid ihr auf unseren Terrassen herzlich willkommen!

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