haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Les Romands und die Deutsch-Schweizer

Spitzenkoch und Blogger Beat Stofer vom Hotel Balm in Meggen verbringt seine Skiferien im Wallis und ist berührt von der dortigen Gastfreundschaft.

Wir waren bei den französischen Wallisern in den Skiferien und genossen den Schnee, das schöne Wetter, die gute Luft, den feinen Fendant und die Käsespezialitäten. Und da ich fast zwei Jahre in der Westschweiz gewohnt und gearbeitet habe, fühle ich mich natürlich sehr wohl, wenn französisch gesprochen wird. Nach einer Woche fing ich sogar wieder an, auf Französisch zu träumen. Die ersten drei Tage ging ich nicht Skifahren. Ich war krank und musste mich erholen. Als ich mich am dritten Tag besser fühlte - meine Familie war Skifahren - ging ich im Bistro nebenan frühstücken. Kurz nach 9 Uhr kamen zwei französischsprechende Herren rein und setzten sich an die Bar. Sie bestellten ein «Trois-huitième». Damit meinten sie eine 3/8 Flasche Fendant.

Irgendwann gesellte ich mich zu den Wallisern, stellte mich vor und fing an mit ihnen über dies und jenes zu plaudern. Ich war eigentlich noch beim Café, als sie mich einluden, mit ihnen ein Glas zu trinken. Als der nächste Gast vom Dorf oder aus der Nachbarschaft reinkam, bestellte der ebenfalls ein «Trois-huitième», von dem jedem ausgeschenkt wurde. So ging das weiter bis etwa 10 Leute im Bistro waren. Um 11 Uhr servierte der Chef, ein Kollege von mir, Apéro-Häppchen und gegen 12 Uhr sassen wir alle an einem grossen Tisch da das Mittagessen serviert wurde. Es gab eine einheimische Spezialität, von der jeder sagt, dass er das bessere Rezept habe. Eine Art Crêpe mit Kartoffelteig und einer feinen Füllung. Ich gehörte einfach dazu und genoss die gemütliche (französische) Mittagszeit, natürlich mit Wein dazu. So unkompliziert, freundlich und offen waren sie alle. Ich fühlte mich sehr wohl. Nichts zu merken vom «stiergrindige» Walliser, wie er manchmal in der Deutschschweiz genannt wird. Ich denke, dass dies ein wunderbares Beispiel über unsere Gastfreundschaft in der Schweiz ist.

Bedanken möchte ich mich bei meinem Freund Loris, er hat uns zwei wunderschöne Ferienwochen in den Walliser Bergen organisiert.