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Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Nur Bares ist Wahres

Blogger und Spitzenkoch Dario Cadonau nimmt als Hotelier ganz selbstverständlich Kreditkarten an. Doch wissen die Gäste auch, was das für einen Gastronomen wie ihn bedeutet?

Es gibt vermutlich keinen Mensch mehr, der keine hat. Besonders die Männer lieben diese kleinen Karten. Sie können einfach in die Hose oder in ein flaches Portemonnaie gesteckt werden: die Kreditkarten. Sie sind das wohl beliebteste Zahlungsmittel geworden. Es ist schon fast eine Seltenheit, wenn jemand mit Noten und Münzen bezahlt. Auch das Trinkgeld kann problemlos und in einfachen Schritten auf die Karte gebucht werden. Man benötigt kein Bargeld mehr.

Mir als Hotelier verschlägt es aber jedes Mal die Sprache, wenn ich die Beträge sehen, welche uns verloren gehen, wenn ein Gast mit Karte bezahlt. Üblich in unserer Branche sind 1.5 bis 4 Prozent - oder eine fixe Pauschale (10 bis 25 Rappen) pro Transaktion. Je nach Branche kann der Satz aber auch bei 1 oder bis zu 10 Prozent liegen.

Zusätzlich entstehen dem Hotelier monatliche Fixkosten durch die Bereitstellung der Systeme. Das ist ja der reinste Wahnsinn, denke ich mir. Klar, dem Gast ist es egal, den Mitarbeitenden leider oftmals auch. Er hat ja seinen Lohn sowieso - ob ein Gast nun mit Karte oder Bargeld bezahlt. Doch leider falsch gedacht! Vielleicht könnten wir ihm eine Lohnerhöhung geben, wenn wir weniger Kommissionen bezahlen müssten? Leider denken die Mitarbeitenden zu oft, dass sie den Lohn «nur» von uns bekommen. Weniger Umsatz heisst weniger Lohn - oder zumindest nicht mehr Lohn.

Doch zurück zu den Gästen. Wir pflegen eine freundliche und offene Kommunikationsart. Wir mögen es ja auch, wenn die Gäste ehrlich zu uns sind. Also fragen wir den Gast, sofern er mit einer Kreditkarte bezahlen möchte, ob er auch eine EC oder Postkarte, oder vielleicht sogar Bargeld habe. Es gibt einige, die freundlich die EC-Karte auspacken. «Klar, spielt ja keine Rolle, ist ja eh das gleiche Konto.»

Andere hingegen reagieren etwas mürrisch und nochmals andere sagen: «Nein, nein, ich will Flugmeilen sammeln oder muss meinen Kartenumsatz erreichen.» Natürlich bohren wir nicht nach, wir fragen freundlich, und wenn es nicht geht, akzeptieren wir das gewünschte Zahlungsmittel ohne Probleme. Es gibt aber auch Gäste, die fragen, ob dies denn eine Rolle für uns spiele. Ja, klar spielt es eine Rolle. Eine grosse sogar, sagen wir dann freundlich. Oftmals sind die Gäste sehr erstaunt, wenn wir die Kommissionssätze mitteilen. Wie bitte? Das ist ja ein Haufen Geld für Sie! Ja genau, richtig erkannt. Am liebsten würden wir noch einen draufsetzen und sagen: Wissen Sie eigentlich, was wir an unserem Essen verdienen? Aber das ist ein ganz anderes Thema...

Das Gleiche gilt übrigens bei Gästen, die mit einer ausländischen Karte bezahlen. Es gibt das so genannte DCC-Verfahren. Die Gäste können in ihrer Landeswährung - und zu ihrem Vorteil - abrechnen. Auch wir profitieren davon und bezahlen weniger Kommissionssätze.

Hier ist es wichtig, den Gast freundlich zu fragen, ob wir in der Landeswährung abrechnen dürfen. Wir wollen uns keinesfalls beklagen, wir wollen lediglich darauf hinweisen, dass Geld gespart werden kann, wenn man etwas kommuniziert. Sowohl mit den Gästen, aber auch mit den Mitarbeitenden.

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