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Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Ein Hoch auf die technische Revolution

Blogger und Gastronom Beat Stofer profitiert im Grossen und Ganzen von der technischen Revolution. Doch manchmal wünscht sich der Spitzenkoch vom Landgasthof Balm, unerreichbar zu sein. 
Hotel-Rezeption mit Klingel & iPad
© Getty Images

Dank des technische Vorschritts konnte sich das Familienhotel von Beat Stofer einem grösseren Markt anschliessen. «Wir sind heute weltweit ersichtlich und haben dadurch eine wesentlich grössere Marktpräsenz als noch zu früheren Zeiten», sagt der Spitzenkoch.

Wenn ich mich zurückerinnere war in meiner Kindheit - das heisst vor zirka 25 Jahren - das Ferienverhalten unserer Gäste komplett anders als es heute ist. Viele reservierten ihre Zimmer frühzeitig telefonisch oder in Briefform. Der grösste Teil jedoch waren sogenannte Walk-In-Gäste. Diese fuhren mit dem Auto vor und erkundigten sich nach einer Übernachtungsmöglichkeit. In jenem Fall war man sich in der Regel schnell einig und konnte das Geschäft abschliessen. Ich stelle fest, dass in dieser Epoche eine ganz andere Kommunikation angewendet wurde als heute.

Mit der Zeit kamen die Handys auf den Markt. Die Computer wurden jedes Jahr schneller und komplexer. Die E-Mail hielt Einzug in die Unternehmen und natürlich auch in die privaten Haushalte. Ebenso wurden viele Social-Media-Plattformen ins Leben gerufen. Ganz einfach gesagt: Die Welt rückt näher zusammen. Man kann sich jederzeit und überall Informationen abrufen und so vieles mehr.

Was bedeutet dieser technische Vorschritt für ein kleines Familienhotel wie wir es sind?

Wir konnten uns sehr einfach einem grösseren Markt anschliessen. Das heisst, wir sind heute weltweit ersichtlich und haben dadurch eine wesentlich grössere Marktpräsenz als noch zu früheren Zeiten. Die Gästestruktur wurde von Jahr zu Jahr multikultureller.

Im Büro bedeutete dies, dass man das Tempo massiv erhöhen musste, um im Markt weiterhin mithalten zu können. Mehrsprachige Mitarbeiter sind heute im Rezeptionsbereich ein Muss. Geschäftlich gesehen mussten wir an der Rezeption den Personalbestand verdoppeln. Diese Verdoppelung machte sich jedoch schnell durch höhere Auslastung bezahlbar.

Der Markt reagiert viel preissensibler als noch zu früherer Zeit. Aus diesem Grund verändern sich die Zimmerpreise je nach Angebot und Nachfrage. Tägliche Anpassungen an den Markt sind essenziell.

Mein Fazit dieser technischen Revolution fällt im Grossen und Ganzen sehr positiv aus. Wir konnten in allen geschäftlichen Belangen zulegen. Was jedoch schade ist, dass einem die Technik fast keine Ruhe mehr gönnt. Vielleicht sollten wir von Zeit zu Zeit unsere Handys, Computer, W-Lan etc. etc. einfach mal abschalten und von früheren Zeiten träumen. Dies im Sinne von Träumen und nicht vom Wunsch eines Rückschrittes.

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