haus und herd

Haus und Herd

Vier Spitzenköche tauschen Küchenschürze gegen Tastatur.

Willkommen in der Kochwerkstatt

Blogger und Sternekoch Jörg Slaschek erklärt, wie er die Freude am Kochen weitergibt. Und was sie bewirken kann.

Kochen ist mein Leben. Es verbindet die Leidenschaft aus Kultur, Handwerk und Natur. Und vor allem auch die Menschen. Ganz klar, dass ich dies nicht nur hinter den Kulissen mit meinen Mitarbeitern teilen möchte. Ich liebe diese Abende, diese ganz besonderen, an denen meine Gäste zu Köchen werden und ich zum Gastgeber und Kollegen: die Abende in unserer Kochwerkstatt. 

Es sind unterschiedliche Gruppen, die sich dafür anmelden. (Übrigens weigere ich mich strikt, das ganze «Kochschule» zu nennen. Ich bin schliesslich kein Lehrer, sondern Koch!) Die Teilnehmer kommen über Familien, verschiedene Firmenanlässe und Freunde (danke an meinen Männerclub, super, dass ihr seit Jahren kommt!). Es sind Leute, die einfach Spass am Kochen haben. Die unterschiedlichsten Charaktere habe ich im Laufe der Zeit schon kennengelernt. Aber die Entwicklung der Stimmung an diesen Abenden ist immer dieselbe: Wenn die Gäste kommen, sind sie schüchtern und froh über den Apéro. Währenddessen bleibe ich die ganze Zeit bei ihnen, um die Situation etwas aufzulockern. Ich verrate das Menü und die verschiedenen Produkte, um dann die Einteilung der verschiedenen Posten mit meinen «Köchen» zu besprechen.

Nachdem sich alle etwas Mut angetrunken haben, geht es los. Es wird geschnitten, gekocht, gebacken und geknetet - mit grossem Spass. Ich gebe Tipps für zu Hause, wie man sich zum Beispiel die Arbeit erleichtert, wenn man Gäste zu Hause bekocht. Und ich beantworte viele Fragen. Zum Beispiel wieso es eigentlich 100'000 verschiedene Messerarten gibt und wofür man sie braucht. Es macht mir grosse Freude, mein Wissen an interessierte Menschen weiterzugeben. Wir bereiten in rund drei Stunden ein 5-Gang-Menü vor. 

Die Stimmung ist bereits aufgelockert, der Hunger macht sich bemerkbar. Also los: 1. Gang schicken! Meistens wird gewünscht, dass ich mitspeise. Gastgeber und Unterhalter zu sein ist eine ganz besondere Aufgabe und jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Da ich im elterlichen Betrieb im Service tätig war und immer schon die Nähe zum Gast gesucht habe, fällt mir dies ziemlich leicht und macht mir Spass. Gang für Gang wird also angerichtet und gegessen. Der Service schenkt zu jedem Gang ein Glas korrespondierenden Wein aus, und ich lasse meine Gäste raten, was sie trinken. Ich lüfte dann das Geheimnis und erzähle vom Winzer, dem Wein und der Korrespondenz zur Speise. Zum Dessert ist die Stimmung dann schon fast ausgelassen. 

Was mich fasziniert, ist, dass der Zusammenhalt des Teams der Firma, der Familie und der Freunde danach intensiver ist. Das ist nicht nur mein Gefühl, es bestätigen so viele Teilnehmer mit netten Dankesbriefen. Wohl deswegen gibt es eine so hohe Nachfrage an unserer Kochwerkstatt wie noch nie. Tatsächlich sind meine Termine für dieses Jahr schon fast ausgebucht! Auch wenn ich dafür einen freien Tag hergeben muss - es macht mich unglaublich zufrieden, zu sehen, wie glücklich meine «Köche» am Ende des Abends nach Hause gehen, und ich habe das Gefühl der Wertschätzung für den Aufwand in der Gastronomie. Denn dieser wird immer noch sehr unterschätzt. Dazu aber mehr in einem anderen Blog von mir…

Freie Plätze in der Kochwerkstatt finden Sie hier: Attisholz.ch 

Weitere Blogs zum Thema Haus und Herd finden Sie im Dossier von SI online.