Interview mit «Jessica Jones»-Darstellerin Krysten Ritter «Ich kassiere auch mal Prügel»

Sie lieben Filme und Serien, wissen aber nicht, was Sie als Nächstes bei Netflix & Co. schauen sollen? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute ein Interview mit Superheldin-Darstellerin Krysten Ritter aus der Netflixserie «Jessica Jones».
Kristen Ritter
© Keystone

US-Schauspielerin Krysten Ritter, 36, spielt auch in der 2.Staffel von «Jessica Jones» die Superheldin, die keine sein will.

Netflix stellte am 8. März, also exakt zum Weltfrauentag, die neue Staffel einer Serie online, die von einem weiblichen Superhelden handelt – und bei der für sämtliche 13 Folgen Frauen auf dem Regiestuhl Platz nahmen. Kann das Zufall sein?

Wie auch immer: Krysten Ritter, 36, ist zurück. Und die Superheldin, die keine sein will, ist aufbrausender denn je. Nachdem die Privatdetektivin mit Superkräften in Staffel 1 den Bösewicht Kilgrave (David Tennant) beseitigt hat, ist sie in New York stadtbekannt, was ihren Alltag auch nicht gerade einfacher gestaltet.

Während nun die zweite Staffel im besten Noir-Stil Jessicas Vergangenheit ausleuchtet, löchert TELE ihre Darstellerin Krysten Ritter mit Fragen.

TELE: Journalisten Red und Antwort zu stehen, dürfte nicht die angenehmste Seite des Jobs einer Schauspielerin sein.
Krysten Ritter: Ach was! Ich bin so aufgeregt, dass endlich die 2. Staffel gestartet ist. Da kann ich mich immer wieder über «Jessica Jones» unterhalten. So schnell spüre ich keine Ermüdungserscheinungen.

Zuerst würde ich aber noch gerne kurz auf «Breaking Bad» zu sprechen kommen: Wie ist es, in einer der grossartigsten TV-Serien überhaupt mitgespielt zu haben?
«Breaking Bad» war eine Ausnahmeserie. Die Macher haben wahre Pionierarbeit geleistet. Dass ich dort meine Karriere erst richtig ankurbeln durfte, macht mich stolz, und die Arbeit mit meinen liebenswerten Kollegen Bryan Cranston und Aaron Paul hat mich zu der professionellen Schauspielerin gemacht, die ich heute bin.

Bryan Cranston Krysten Ritter
© getty

Krysten Ritter an der GQ-Veranstaltung «Men of the Year» 2010 mit «Breaking Bad»-Hauptdarsteller Bryan Cranston. Die Erfolgsserie brachte die Karriere der Schauspielerin erst richtig ins Rollen.

Sie sollen nicht grad begeistert gewesen sein, für die Rolle einer Superheldin vorzusprechen.
Machen Sie Witze?! Ich las drei Seiten vom «Jessica Jones»-Skript und war wie weggeblasen. Ich sagte zu mir: Diese Jessica muss ich unbedingt spielen!

Haben Sie sich vorher schon im Marvel-Universum ausgekannt?
Nicht wirklich. Ich kannte einige Comics. Zudem ist Jessica ja nicht wie die anderen Marvel-Superhelden.

Ich bringe mich gerne mit vollem Körpereinsatz ein und kassiere auch mal Prügel.

Genau. Sie ist launisch und aufbrausend. Sie trinkt, flucht und hat flüchtigen Sex mit fremden Männern.
All diese Charaktereigenschaften, die Sie jetzt aufgezählt haben, fordern mich als Schauspielerin speziell. Meist wirkt Jessica ja ganz normal. Dass sie Superkräfte hat, vergisst sie oft selber, wenn sie etwa wie selbstverständlich durch eine Mauer hindurchläuft.

Krysten Ritter Rachael Taylor
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Marvels-Jessica-Jones-Darstellerinnen Krysten Ritter (r.) und Rachael Taylor am 8. März 2018 in New York.

Wieso sind Superhelden wieder so populär?
Waren sie das nicht schon immer? Nun, ich glaube, Jessica ist besonders beliebt, weil ihr ganz normale Probleme zugewiesen wurden. Dass sie launisch ist und ein Trinkproblem hat, aber trotzdem über Superkräfte verfügt, macht die Figur doch erst so faszinierend.

Ich stelle es mir aufregend vor, die Gedanken anderer Menschen zu steuern. 

Gibt es noch Stuntdoubles, oder werden Actionszenen heute mit Spezialeffekten erzeugt?
Einige Actionszenen spiele ich selber. Ich bringe mich gerne mit vollem Körpereinsatz ein und kassiere auch mal Prügel. Aber bei den wirklich gefährlichen Szenen werden wir natürlich durch Stuntdoubles ersetzt.

Wie oft fragt man Sie eigentlich, über welche Superkräfte Sie selber gerne verfügten?
Das werde ich dauernd gefragt.

Und was antworten Sie dann?
Gedankenkontrolle! Ich stelle es mir aufregend vor, die Gedanken anderer Menschen zu steuern. Aber ich würde natürlich nicht so böse Sachen anstellen wie mein Gegenspieler Kilgrave aus der 1. Staffel.

Was würden Sie denn anstellen?
Beim Anstehen am Bankschalter etwa brächte ich alle vor mir in der Schlange dazu, zur Seite zu treten und mich vorzulassen (lacht).

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