Jetzt haben wir das Geschenk...

Wenn Sie Eltern eines Mädchens sind: SORRY! Aber vor Katze Lulu können Sie dieses Jahr nicht kneifen

 "Naaaa, was wünschst du dir denn zu Weihnachten?"

Schon passiert! Kein Götti, keine Tante, keine Freundin der Mutter scheint zu realisieren, was diese Frage anrichtet. Denn: WENN schon gefragt wird, dann wird natürlich – höflich wie der Nachwuchs ist – ausführlich geantwortet und zwar ohne jegliches Feingefühl für den schrumpfenden Geldbeutel des Möchtegern-Schenkenden.

"Einen Laptop!", "Hannah Montana-Konzert-Tickets!", "Ein Pferd!", "Katze Lulu von FureReal Friends – Gib ihr ein Zuhause und ihr werdet Freunde für immer." Sie haben richtig gelesen, hier spricht das Kind den Werbespot, als sei es dafür engagiert worden (jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen sind rein zufällig, es handelt sich selbstverständlich nicht um meinen Nachwuchs, der würde sich sowas nie erlauben).

"Katze Lulu? Du wünschst dir tatsächlich einen Katzen-Roboter?" Als Mutter ist man in seinen Ansichten ja generell etwas altmodisch aus der Sicht der eigenen Kinder. Denn der Blick in das Mädchen-Gesicht zeigt eines klar und deutlich: Auf jeden Fall möchte es einen Katzen-Roboter. Ein batteriebetriebenes Büsi, das "Miau" macht und die Augen zukneift, wenn man es streichelt. Du liebe Güte.

Als ich schon mit Nein-Gründen loslegen möchte, erinnere ich mich plötzlich daran, dass man mir als Kind auch immer versucht hat einzureden, dass der braune Fell-Tornister schöner ist als der Schulsack mit den rosa Blumen und ich mir damals geschworen habe, dass ich dies meinem Kind nie antun würde. Es sollte immer selbst auswählen dürfen, was ihm gefällt. Nun, heute ist es soweit.

Das Kind wünscht sich nichts mehr auf dieser Welt als dass Lulu bei uns einzieht. Und der nette Onkel hat in meiner Anwesenheit den Kauf derselbigen versprochen, bevor ich energisch den Kopf schütteln konnte.

Ich wollte mich also schon beinahe in dieses Schicksal fügen, als mir grosse Lettern entgegenlachten: KATZE LULU AUSVERKAUFT. Ausverkauft. Ausverkauft. Ausverkauft.

Und es handelte sich nicht um einen Bericht über das nächste Schweizer Konzert von AC/DC sondern tatsächlich um eine Fake-Katze, die nur Batterien frisst. Unglaublich. Und jetzt, wo es die Lulu nicht mehr zu kaufen gibt - höchstens auf ebay mit horrenden Preisen - da wird sie auch für mich plötzlich spannend.

Das wäre ja wohl gelacht, wenn ich nicht imstande wäre, eine solche Katze aufzutreiben! Und ich beginne zu telefonieren und zu internet-klicken. Ausverkauft.

"….und was wünschst du dir nochmals zu Weihnachten? Wir finden bestimmt was anderes schönes." Falle zugeschnappt. Jetzt können Sie gleich die Katze im Sack kaufen. Oh, du seelige!