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Joëlle schaut fern

«Die Promi-Griller»: Viel Fleisch um nichts

Man kann überlange Werbung auch schlechter umsetzen, musste unsere TV-Kolumnistin Joëlle Weil feststellen. Trotzdem war sie froh, als die Sendung nach kurzer Zeit wieder vorbei war. 

Jastina Raffaela

Die Kandidatinnen Jastina Doreen Riederer (l.) und Raffaela «Raffa» Zollo.

Instagram

Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie die Sitzung einer PR-Agentur aussieht, wenn man von einem grossen Schweizer Fleischunternehmen den Auftrag erhält: «Bring uns ins Fernsehen!» Um fair zu bleiben: Man kann das Rad nicht ständig neu erfinden, vor allem dann nicht, wenn die Sendung nur knapp eine Viertelstunde lang dauern soll. Es lag demnach auf der Hand, dass das TV-Format ein Grill-Wettbewerb zwischen zwei Schweizer-Promis sein muss.  

Und so grillierte am Donnerstagabend auf Sat.1 Schweiz unsere aktuelle Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer, 20, gegen Social-Media-Star Raffaela «Raffa» Zollo, 30. «Fiesta Mexicana» lautete das Motto. Nebst Schweineschnitzel mussten die beiden Kandidatinnen Peperoni füllen, Tortillas machen, Bohnen pürieren und Mojito schütteln.

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Während einer Stunde mussten beide Kandidatinnen diese Gerichte auf dem Grill vorbereiten. Kein Indiana-Jones-Film ist spannender. 

Screenshot Sat1 Schweiz

Um ein zweites Mal fair zu bleiben: Ich habe mir die Sendung als überzeugte Vegetarierin angeschaut. Natürlich ekelte mich die Tatsache, dass ich mir gerade fleischfinanziertes Fernsehen reinziehe. Aber ich muss auch sagen, dass die Sendung dem Zuschauer wenigstens einige fleischfreie Alternativen für den Grill aufzeigt hat. Das hätte man auch schlechter machen können.

Die beiden Damen also haben alles daran gegeben, sich in dieser kurzen Sendezeit selbst zu inszenieren und möglichst unterhaltsam rüberzukommen. Ist ihnen tatsächlich nicht schlecht gelungen, das muss man auch mal loben. Kommt selten vor, dass sich Schweizer Promis trauen, mit ihrer Theatralik der Unterhaltung wegen etwas über die Strenge zu schlagen.

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Da hält sich auch die Zuschauerbegeisterung in Grenzen: Die beiden Gerichte des Wettbewerbs. 

Screenshot Sat1 Schweiz

Die beiden fertigen Gerichte wurden zum Abschluss von der Jury, bestehend aus Hausi Leutenegger, 78, Clifford Lilley, 67, und Meta Hildebrand, 35, beurteilt. Hausi hat mir schon so manch einen TV-Abend gerettet, den kann man in jedes Format setzen.

Meta Hiltebrand Clifford Lilley Hausi Leutenegger

Die mehr oder weniger kompetente Jury: Hausi Leutenegger, Meta Hiltebrand, Clifford Lilley (v. l.).

Sat1

Meta ist eine erfolgreiche Köchin und deshalb als einzige in diesem Trio wirklich qualifiziert, Essen zu bewerten. Was Modeberater Clifford am Jurytisch zu suchen hatte, ist mir noch immer ein Rätsel. Laut Programmbeschreib sollte er die angerichteten Teller mit seinem «fachmännischen Auge» auf «Schönheit und Stil» prüfen. (Wenn man den Modeberater auf Biegen und Brechen in der Grillshow haben will...)

Raffa hat dann übrigens gewonnen. Die goldene Cervelat wurde ihr überreicht und wir beide schienen gleichermassen froh darüber zu sein, dass dieser überlange Werbespot ein schnelles Ende gefunden hat. 

Jastina Raffaela

Die goldene Cervelat geht an Raffa Zollo.

Sat1
Von Joëlle Weil am 06.07.2018
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