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Joëlle schaut fern

Joëlle Weil bloggt über die TV-Sendung der Woche.

Genitalien und Grusel-Schlüpfer im «Sommerhaus der Stars»

Unsere TV-Kolumnistin Joëlle Weil ist sich viel Trash-TV gewohnt. Aber was sie beim «Sommerhaus der Stars» zu Gesicht bekam, kann auch in naher Zukunft nicht verarbeitet werden. 

Seit jeher war ich mir sicher, dass TV-Sternchen dann dringend Geld benötigen, wenn sie ins Dschungelcamp ziehen. Doch am Montagabend wurde ich bei RTL eines Besseren belehrt und weiss nun: Wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können, geht man in «Das Sommerhaus der Stars». Du meine Güte. Dass sich das der Trash-Opa Bert Wollersheim mit 67 Jahren noch geben muss, tat mir fast schon ein bisschen leid.

Worum geht es da? Acht «Promi»-Paare ziehen in ein Haus. So weit hätte man noch selbst kommen können. Das Haus ist grusig, eng und man wählt sich gegenseitig raus, bis am Ende nur noch ein Paar übrig bleibt und die Krone der Schande ihr Eigen nennen darf. Worum es eigentlich geht: Abzuwarten, bis es chlöpft und sich alle grusig streiten.

Galerie: Das grusige «Sommerhaus» und seine Bewohner


 

Die Pärchen sind manchmal etwas bekannter, manchmal etwas weniger, manchmal gar nicht: Patricia Blanco, 47, ist die Tochter von Schlagerstar Roberto Blanco und zog mit ihrem neuen Freund Nico Gollnick, 28, ein. Bert Wollersheim kennt man als Puff-Papi. Der schleppte seine neue Freundin Bobby Anne Baker mit. Uwe, 48, und Iris Abel, 48, waren TV-Bauern (ich kannte die nicht). Jens, 48, und Daniela Büchner, 40, sind meine «Goodbye Deutschland»-Lieblingsauswanderer. Nacktmodel Micaela Schäfer, 34, und ihr Freund Felix Steiner, 34, müssen offensichtlich auch mal wieder etwas verdienen. Frank, 50 und Elke Fussbroich, 51, habe ich in meinem Leben noch nie gesehen und Stephanie Schmitz, 23 und Julian Evangelos, 25, waren nicht nur mir, sondern auch den anderen Promis gänzlich unbekannt. Zum Schluss gabs noch etwas Glam aus der Schweiz: Botschafter-Ex Shawne Fielding, 48, mit Partner Patrick Schöpf, 47.

Shawne Fielding
© Screenshot RTL

Warum Shawne Fielding hier ihre Schlafmaske trägt, bleibt ein Rätsel. Der Typ rechts im Bild ist übrigens ihr Freund Patrick Schöpf. 

Da standen sie also, all die Menschen, die sich seit Jahren im Fernsehen ausziehen, operieren lassen, ihre Lebensgeschichte verkaufen und von einem Reality-Format zum nächsten hüpfen. Das finde ich grundsätzlich ja nicht verwerflich, aber beim «Sommerhaus der Stars» wird wirklich penibel darauf geachtet, dass jeder seine Würde verliert.

Daniela Büchner
© Screenshot RTL

Bei Daniela Büchner kratzt es ein wenig. Da schauen wir doch gern alle zu...not!

Nicht genug, dass ich mir all diese bekannten Menschen in diesem Schmuddelhaus anschauen musste. Nein. Da wurde in der ersten Folge an den Genitalien gekratzt, in verwaschenem Horror-Schlüpfer durch das Haus gestampft und – ich sag, wies ist – mir der Pimmel vom Büchner vor die Nase gehalten. Ich habe ein echtes Geschlechtsteil zur Prime-Time im Fernsehen gesehen! Nicht, dass es ein komplett neuer Anblick gewesen wäre für mich, aber da ist ein Familienpapi, von dem ich mir sicher bin, dass das so nicht mit der Produktion ausgemacht war. Das kann mir keiner erzählen. Meine moral-prüde Seele kann das so leicht nicht verarbeiten.

Jens Büchner
© Screenshot RTL

Die Ente haben wir hinzugefügt. Dafür sollten Sie uns danken, liebe Leserinnen und Leser. RTL hat uns nämlich weniger lieb, als wir Sie. 

Generell lief es für die Büchners nicht so glatt in der ersten Folge: Der eine redete blöd über deren Tochter. Da rastete Löwenmami-Daniela natürlich aus, das wiederum passte nicht allen. Schliesslich wurden sie rausgewählt (mussten aber trotzdem nicht gehen. Ich weiss nicht genau warum) und jetzt finden sie alle doof. Die Armen.

Bert Wollersheim
© Screenshot RTL

Bert Wollersheim kratzts und alle schauen zu. 

Dem Grüsel-Bert beim Schnarchen zuhören war die Sache, von der ich weiss, dass ich sie mir das erste und letzte Mal angetan habe. Das war was mit dem alten Bert: Bei der Challenge, bei der die Herren aus der Höhe Trauben in die offenen Korb-Rucksäcke ihrer Frauen werfen mussten, kam der Arme so sehr an seine physischen Grenzen, dass ich es schon fast unverantwortlich fand, ihn da überhaupt antreten zu lassen. Und dann musste der mir auch noch etwas über seine Standfestigkeit während des Beischlafs erzählen... bitte nicht.

Uwe Abel
© Screenshot RTL

Uwe Abel zeigt gern, was er hat. Und er hat einen enorm unappetitlichen, verwaschenen Schlüpfer. Danke dafür. 

Ich hoffe wenigstens für alle, dass sie anständige Gagen für diesen Auftritt erhalten haben. Wenn man seine Würde schon vor einem so grossen Publikum verliert, dann soll sich das wenigstens finanziell gelohnt haben.