Jubel, Trubel, Blätterwald

Playmate of the Month und Pijama of the Year

Wäääk! Doppelwääk! Er: sechsundachzig, stets im Seidenpijama, stets mit Babyöl eingerieben und von Goldlocken begleitet. Sie: sechsundzwanzig, goldbelockt und neue Mrs. Playboy, aka Frau Hefner. Beide zusammen: äähm...

Tatsächlich ist es ja so, dass Meister Playboy persönlich, Hugh Hefner, sich in der Neujahrsnacht im stolzen Alter von 86 Jahren nochmals das ewige Ja-Wort hat abläschelen lassen. Wobei, «ewig» in diesem speziellen Fall? Nun, seine Mutter sei ja auch hundertundeins geworden, wie Hef in diesem BBC-Video berichtet, man beachte das krampfhaft unbeteiligte Gesicht seiner Braut Crystal Harris.

Was da wohl für Frau Harris rausspringt? Zumal im legendären Playboy-Palast, im Anwesen, welches seit Dekaden diversen zuckerwattenblonden Bunnys Heim bietet, mehr Hundekotduftwolken wabern sollen, als Silikonbusen wogen. 

Ungefähr hunderteins fühle sich nämlich auch die Einrichtung an, schnödete Isabella St. James, ein Ex-Bunny und -Girlfriend von Hugh Hefner in ihrem «Tell-All»-Buch. Die Schlafräume der Girls seien seit ewig nicht renoviert worden, was bei cremefarbigen Teppichböden und diversen nicht stubenreinen Schosshündchen doch irgendwann mal ein Problem darstelle. Und Hugh Hefners Lieblingshund erleichtere sich mit Vorliebe an einem Vorhang in der grossen Halle, was der generell schimmlig anmutenden Atmosphäre eine besondere Duftnote verliehen habe. Und was im Schlafzimmer von Hugh Hefner jeweils abgegangen sei, das, lieber User, gehört nicht hierhin, das dürfen Sie nun gern selber googeln. Isabella St. James als Stichwort dürfte reichen. Ich sag nur nochmals: Wääk! Babyöl! Ürgh! 

Sogar die Runaway Bride Crystal Harris selbst, im Sommer 2011 liess sie Hefner nämlich so gut wie vor dem Altar stehen, äusserte sich, nachdem sie erstmal den Verlobungsring versetzt hatte, eher fies. Von totem Fisch war da die Rede und von zwei Sekunden und von haufenweise Viagra. Schön, scheint sich bei Herrn Hefner Altersmilde abzuzeichnen. Kaum hatte Frau Harris versucht, sich in der schnöden Welt ausserhalb der duftmässig herausgeforderten Playboy-Palastwänden durchzusetzen, hatte sie bereits einen neuen Ring am Finger. 

«But, Hef!» möchte man dem Mann zurufen. «Going senile?» Dabei wäre es, ehrlich gesagt, dem Herrn, der ein Imperium auf der Objektivierung von Frauen aufgebaut hat, auf die Nase zu gönnen, käme da im hohen Alter ein junges, blondes Ding ihn kräftig abzuzocken. Jedoch, Frau Hefner hat eine Gütertrennung unterschrieben, welche im Todesfalle ihres Mannes seine Playboy-Anteile und sein Anwesen schützt. Man darf hoffen, es gäbe sonst noch Vermögenswerte, auf dass Frau Hefner nicht in Bälde obdachlos sei.  

Und überhaupt: Wäre ich steinreich, hätte ich eigentlich im Alter auch lieber was Hübsches neben mir anzusehen, statt einen mies gelaunten alten Knacker mit Bierbauch zu ertragen. Leider - und daran hat Hugh Hefner, dem wir einen grossen Teil der heutigen Flut an sexualisierten Werbeinhalten, an Internetpornografie etc. verdanken, grossen Anteil -,  ist die Gesellschaft noch nicht so weit, dass mächtige, reiche alte Frauen (wenn ich denn je zu so einer würde) von jungen, knackigen Männern als begehrenswert eingestuft würden. Oder wer reisst sich unter der jungen, knackigen, männlichen Leserschaft um Hillary Clinton? Anyone? Dacht ichs mir doch. Nun denn halt, viel Glück dem Brautpaar und auf dass der Tod..., ach nee.