Macht Quotendruck das Fernsehen dumm?

Warum die Quote alleine nicht glücklich macht

Man kann natürlich darüber diskutieren, wie edukativ zB ein Quotenknüller wie RTL's "Deutschland sucht den Superstar" wirkt.

 

Wie junge Niemands sich Dank der Fernsehsendung durchringen, beim nächsten Casting mit- und endlich etwas aus ihrem Leben zu machen.

 

Wie spannend es ist, vor der Kiste zu sitzen und stundenlang zu beobachten, wie Mehrzad und Menowin in grün und blau sich ebenso ärgerten, wenn der Konkurrent gelobt wurde.
 

Menowin stand als Sieger fest, gewinnen tat doch der andere. Vielleicht gerade deshalb.

 

Und während das Fernsehen eine Überbrückungs-Pause macht, damit die Zuschauer für die armen Gewinner spenden können, erscheint lustige Unterhaltung in Person von Mirja Boes. Die ist privat sicher sehr sympathisch (hört man), aber so bös unlustig am TV, dass ich kurzerhand in Ohnmacht fiel.

 

Als ich wieder erwachte stand Mehrzad als Überraschungssieger fest und Menowin, der  Fröhlich heisst, weinte.

 

Ganz ehrlich: Ich hätte lieber drei Stunden lang dem speienden Vulkan zugesehen. Von mir aus auch einem Standbild davon.

 

Und so fragte ich mich mal wieder, ob es eben nicht doch stimmt: Dass Quotendruck Fernsehen dumm macht.

 


Was die Masse sehen will, das wird gezeigt. Tiefgründiges verschwindet im Rachen des Quoten-Monsters.

 

ABER: Zeigt das Fernsehen wirklich das, was wir sehen WOLLEN? Oder mucksen wir einfach nicht auf, weil wir in genau dem Moment vor dem TV sowieso nichts besseres zu tun haben und einfach ein wenig unterhalten werden wollen ergo alles so hinnehmen, wie's halt so über den Bildschirm flimmert?

 

Wie ehrlich ist also die Quote?

 

Fragen Sie IRGENDEINEN Fernsehmacher: Ob er die Quote als a) Glückshormon oder als b) Guillotine empfindet. Die Rechnung ist simpel: Bei guten Quoten gilt a, bei schlechten b.

So einfach ist das. Inhalt hin- oder her.

 

Und nun träumte ich letzte Nacht sogar davon! Ich hatte einen Hundstraum, der sich um Quote dreht:

 

Ich war an einem Hunderennen, die Leute konnten Wetteinsätze machen, welches Tier gewinnen würde. Auf meine Hunde setzte niemand.

 


Ich hatte keine, die Boxen waren leer.
 

Und trotzdem sagte einer im Vorbeigehen: "Du hast die schlechteste Wett-Quote, das wird wohl nix hier."
 

Und als ich eben wütend aufstampfen wollte und sagen, wie unfair ich das finde, schrillte der Wecker.

 

Und ich frage mich jetzt nicht, ob das wohl ein Hundstag wird. Ich glaube einfach, dass ich an akuter Quotenallergie leide.

 

Und zum Glück bin ich nicht die einzige: