Man trägt wieder Neonfarben! Muss das sein?

Lena fragt: Warum tragen diese Frauen so Leuchtkleider wie Chindsgi-Bändel? – Sie sind modisch. – Was ist das? – Sie tragen Neonfarben, weil die jetzt wieder "in" sind. – Warum? – Ja, das frage ich mich auch.

Es war ein gelber Pullover, leuchtend, wie nur Neonfarben zu leuchten vermögen. Ich zog ihn jeweils hinter dem Haus aus. Weil es auch für eine Kinderseele irgendwo eine Erträglichkeitgrenze gibt. Neonfarben mochte ich nicht. Ich war sogar überzeugt, dass meine Teeniepickel ein Ausdruck meines Abscheus gegenüber dieser Unfarben war.

Und nun kommen sie also wieder.

 

 

Neonfarben halten Einzug in die Haute Couture.

 

 Was normalerweise für Warnwesten und Schutzkleidung und – eben – Chindsgibändel benutzt wird, tragen nun Models über die Laufstege von London und Mailand.
Und es ist kein modischer Ausreisser. Burberry Prorsum, Prada und Gucci setzen auf Kleider als Leuchtmittel. Was auch immer passiert ist, ob alle denselben 90er-Techno-Traum hatten,

2011 folgen nach einem dezenten grau, beige, schwarz-Jahr die lustigen Farben.

 

 

Shocking Pink, Safran Gelb, Grasgrün, Granatrot und Electric Blue.


 

 Achtung Gefahr! Wenn die Neonkleider an Models toll aussehen, dann bedenke man, dass an Models ausnahmslos alles so wirkt wie an uns nur nach gehörigem Styling-Aufwand.

 

Mit Argusaugen werde ich beobachten, ob dieser neue Modetrend sich von alleine egalisiert. Wenn ich aber sehe, wie meine Tochter schon gierig auf das Kleid in Shocking Pink äugt, dann ahne ich nichts beruhigendes.
 

 

Sie würde sich wohl auch meinen verhassten neongelben Pullover anziehen. Oder noch lieber den pinkfarbenen Tüll mit getupftem Tellerrock.
 

Ich kann ja mal ihren alten Chindsgibändel in ein Kleid einnähen. Es wird ein harter Frühling.