Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Die Wahrheit

Bloggerin Alexandra Kruse trifft eine alte Schulfreundin und bekommt Tipps für ihren instabilen Finanzhaushalt.
Luxus Handtasche Champager
© Getty Images

Nach ihrer Begegnung mit einer Schulfreundin weiss Alexandra Kruse, dass eine Handtasche keine Kapitalanlage ist.

«Oh, hi!», ruft jemand von hinten. Wow! Wahnsinn. Lange nicht gesehen! Da stand sie vor mir. Schwanger mit dem zweiten Kind und einem Raspberry-Cheese-Cake in der Hand. Meine Vergangenheit. In Form meiner alten Schulfreundin Inga, die ich seit - nun ja - meinem halben Leben nicht mehr gesehen habe. An der Kasse vom Starbucks, das dann innerhalb von Minuten mit lautem und sehr deutschem Gelächter erfüllt war.

Draussen regnete es in Strömen, und das Wasser lief mir bis in die Gummistiefel rein. Wir leerten unsere Riesen-Kaffees, Becher so gross wie früher unser Bier. Es war sofort wie früher auf dem Schulhof.

Wie in der achten Klasse. Aus unseren Jungsproblemen von damals waren Männerprobleme geworden, das Taschengeld war jetzt etwas mehr, und ich erwähnte beiläufig, dass meine Mutter in den nächsten Tagen auf unbestimmte Zeit anrücken würde. Laut dem Berufsinformations-Zentrum hätte meine Schulfreundin damals Hebamme und ich Tankwart werden sollen. Sie wurde irgendwas mit Rechnungswesen und ich, na ja, das wissen Sie ja!

«Wie das so ist als Selbstständige?», wollte sie wissen. Uhhh. Ähhhm. Ufff. Sie schlug unsanft mit der dritten Säule auf mich ein. Stellte irre gemeine, aber sehr wichtige Fragen. Und hatte in drei Minuten etwa 20 gute Ideen für meinen instabilen Finanzhaushalt. Auf die ich in den letzten 15 Jahren natürlich nicht selbst gekommen bin. Skizzierte alles zackig auf einer Papierserviette. (Sie selber war tatsächlich Geburtshelferin geworden.) Die unbequeme Wahrheit, dass Handtaschen gar keine Wertanlagen sind, servierte sie mir zuletzt. Und sagte zum Abschied: «Mensch, Kruse, es wird wirklich Zeit, dass deine Mutter kommt!» Danke herzlich, Inga!

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