Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Loslassen!

Bloggerin Alexandra Kruse räumt in ihrem Leben auf. Von den Kleidern in ihrem Schrank kann sie sich mühelos trennen, doch den alten Tierbaby-Kalender von 1998 möchte sie unbedingt behalten.
Kleiderschrank aufräumen entrümpeln leere Kleiderbügel
© Getty Images

Alexandra Kruse schafft Platz im Kleiderschrank und sieht ihre textile Vergangenheit an sich vorbeiziehen.

Alles muss raus! Kennen Sie diesen guten Vorsatz, der auch noch Ende Januar eine wahnsinnige Sprengkraft hat? Ungefähr wie die Tatsache, dass sich Marc Jacobs für die Skandal-Lady Miley Cyrus als Repräsentantin seiner neuen Sommerkollektion entschieden hat.

Mein aktuelles Drama hat zwar nur am Rande mit Marc Jacobs zu tun; nämlich mit ein paar alten Jeans von ihm, die mir wohl erst im nächsten Leben mit etwa zwölf wieder passen werden. Ich bin ja mittlerweile eine absolute Expertin im Kampf mit der Materie… Aber dieses Jahr ist die «Ich will nichts mehr haben»-Phase schon ein bisschen ins Extrem gerutscht. Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Feng-Shui-Blog zu viel abonniert habe. Entrümpeln und über den Nutzen und Nicht-Nutzen einzelner Objekte in unserem Haushalt zu referieren, ist eines meiner grössten Hobbys geworden. Es besucht uns bereits niemand mehr, ohne mindestens ein Buch mitzunehmen. Dieses Mal wurde wirklich ernst gemacht. Die Erkenntnis, dass ich mich weder auf einen Flohmarkt stelle (es könnte regnen!) noch gern zur Post gehe (deswegen fällt Ricardo etc. weg), brachte mich dazu, die Heilsarmee anzurufen. So wurde ich Augenzeugin, wie innerhalb von Minuten acht Ikea-Säcke, zwanzig grosse Papiertüten und noch ein paar Kisten das Haus verliessen. Meine textile Vergangenheit zog davon, sozusagen.

Und das Allerdramatischste daran: Ich habe noch immer genug zum Anziehen. Und das Teesieb in Roboterform ist auch noch da. Ebenso der Tierbaby-Kalender von 1998. An dem häng ich irgendwie. Neu ist nur die Einsicht, dass das Leben ein ständiger Entrümpelungsprozess ist, mit dem man vermutlich nie ganz fertig ist.

Weitere Blogs von Alexandra Kruse finden Sie im SI-online-Dossier.