Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Die Nacht zum Tag

Bloggerin Alexandra Kruse über das Revival vom Slipdress. Hat sie während der Ferien einen Trend verschlafen?
Tätowierte Frau in Unterwäsche
© Getty Images

Bloggerin Alexandra Kruse hätte auf dem Dachboden noch ein «Slipdress». Doch auf das verzichtet sie bei ihrer schlechten Haltung lieber...

Diese kleine Boudoir-Geschichte aus der modischen Traumfabrik fängt mit einem «Ping» aus meiner Mailbox an. Der seriöse französische Wäschefabrikant Aubade schickt mir eine Mail mit seinen Herbst-Neuheiten - es ist von einem «sinnlichen Street-Look» die Rede.

Aber… Moment, zu sehen sind doch Nachthemden? Sehr kleine, sehr seidige Négligés. Mich befällt die kurze Sorge, einen wichtigen Trend wegen zu viel Ferien verpasst zu haben. Und tatsächlich: Victoria Beckham sass unlängst in ihrer Wimbledom-VIP-Lounge in einem schwarzen Louis-Vuitton-Kleid, das einem Nachthemd sehr nahekam. Dazu trug sie eine goldene Halskette mit Kreuz (keinen Heiligenschein) und eine gewohnt überdimensionale Sonnenbrille.

Zurück zum Nachthemd. Das Fachwort für dieses modische Wagnis heisst «Slipdress» - zuletzt gesehen an Gwyneth Paltrow, bevor ihr Brad Pitt das Herz brach (das war gefühlte Lichtjahre vor Brangelina), und nochmals etwas glitzeriger und länger an den Oscars 1996. Die Übermutter des Unterwäsche-als-Oberbekleidung-Trends ist natürlich Kate Moss, die schon Anfang der 90er-Jahre Johnny Depp darin verzauberte.

Mein «Johnny» ist ja jetzt Yogalehrer, und als ich ihm von meinen neusten Trendforschungen erzählte und dem wahnsinnig sexy Seidenwahnsinn, der noch irgendwo auf dem Speicher meiner Eltern auf mich wartet (immerhin, ich war schon bei der ersten Trendwelle volljährig), meinte er nur trocken: «So wenig? Bei deiner schlechten Haltung?» Damit hat sich der Slipdress 2013 aufgrund der ausgesprochenen Wahrheit wohl erledigt. Ich werde ihn da anziehen, wo er hingehört - nämlich im Schlafzimmer!

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