Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Das innere Kind

Bloggerin und Stylistin Alexandra Kruse sucht ihre kindlichen Leidenschaften. Und findet sich im Schreibwarengeschäft bei den Buntstiften wieder.
Buntstifte Farbstifte
© Getty Images

Schönheit mit holzig-buntem Geruch: Beim Anblick von Farbstiften wird Alexandra Kruse philosophisch.

Ein aus esoterischen Regenbogen-Kreisen wohlbekanntes Phänomen ist die «Arbeit mit dem inneren Kind». Eine Theorie, die davon ausgeht, dass sich Kollateralschäden aus der frühen Kindheit aufarbeiten lassen, indem man das tut, was man als Kind schon gerne getan hat. Meistens muss man darüber lachen und sieht sich im nächsten Moment im Fühl-mich-spürmich-Stuhlkreis sitzen, einen Baum umarmen oder aber viele bunte Farben sehen.

Das Ganze ist meistens eine eher ernste Angelegenheit, die Zeit und Konzentration erfordert. Mir fehlt es meist an beidem. Mein äusseres Kind und ein Leben, in dem 24 Stunden zu wenig für einen Tag sind, tun ihr Übriges.

Meine geheimste aller Stressbewältigungstherapien ist wie Glace für mein inneres Kind. Ich gehe in ein Schreibwarengeschäft und schaue mir - die Buntstifte an. Ja, so ist es. Wenn man mich sucht, bin ich bei den Buntstiften. Nicht, dass ich besonders talentiert wäre im Malen. Nein, so ist es nicht. Mir reicht alleine der holzig-bunte Geruch, die Schönheit der Farben an sich. Dreimal tief einatmen, und schon bin ich etwas entspannter.

Einer meiner glücklichsten Tage war die Präsentation der Neuheiten aus dem Hause Faber-Castell. Natürlich ordnungshalber auf einem echten Schloss. Das war etwas wie Disneyland. Vermutlich ist also doch was dran, an der «Arbeit mit dem inneren Kind». Man macht das, was man schon immer gerne getan hat - ich zum Beispiel schaue mir Buntstifte an. Erst viel später fiel mir dann ein, dass ich schon als ganz kleines Kind am allerliebsten an der Hand meiner Oma in den Schreibwarenladen gegangen bin.