Mein Leben und ich

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Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Diamantenfieber

Bloggerin und Stylistin Alexandra Kruse lässt sich von einem Diamanten blenden, findet dann aber dank einer Freundin wieder zu den wesentlichen Dingen des Lebens zurück.

Die Schweizer Uhrenmarke Ebel hatte mich freundlicherweise nach Basel an die Baselworld eingeladen. An die wichtigste Uhren- und Schmuckmesse der Welt. Alle bedeutenden Juweliere und Zeitgenossen der Horlogerie stellen hier ihre neusten Kreationen und Preziosen der Fachwelt vor. Alle sind überdurchschnittlich gut angezogen, trinken Champagner und treiben einen überdimensionalen Aufwand, um ihre Arbeit zur Schau zu stellen. Ein Aussteller hatte sogar extra für die Messetage exotische Fische einfliegen lassen, die in einem riesigen Aquarium über den Köpfen der Zuschauer schwebten.

Mit meinem siebten Sinn für Schönes und Teures fand ich einen etwa taubeneigrossen gelben Diamanten. Dem einzigen, an dem wie zufällig ein Preisschild von unglaublichen 32 Millionen Franken klebte. So viel Geld auf so kleinem Raum, das machte mir irgendwie Sorgen. Ich fragte mich, ob wir sorgsam genug mit den Schätzen von Mutter Erde umgehen. Wahrscheinlich war es nur Diamantenfieber. Der Stein jedenfalls ging mir nicht mehr aus dem Kopf, ich bewunderte das Meisterwerk gefühlte Stunden.

Als ich mich dann umdrehte, entdeckte ich eine Freundin aus Studienzeiten. Wir liessen Diamanten Diamanten sein und gingen ins Hotel Les Trois Rois. Ein alter Mann spielte Klavier, über dem Rhein hing ein leichter Nieselregen, und wir tranken gepflegt Nachmittags-Tee. Dabei unterhielten wir uns, als hätten wir uns vor wenigen Stunden das letzte Mal gesehen.

Mein persönliches Fazit: Die wirklich wichtigen Momente im Leben lassen sich auf keiner Uhr ablesen, und alte Freunde sind mehr wert als alles andere auf dieser Welt.

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