Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Eine Liebesgeschichte

Selbst eine Stylistin hat manchmal Abendkleid-Angst. Alexandra Kruse hat sie vor einer Hochzeit wieder befallen.

Okay, ich bin dann doch nicht im «Mandarin Oriental» geblieben. Es gibt nur eine Sache, die ich mehr liebe als Luxushotels, nämlich Hochzeiten. Diese war eine ganz spezielle: zwei Männer, die sich nach 14 gemeinsamen Jahren in Münchens schönstem Standesamt am Englischen Garten bei strahlendem Wintersonnenschein das Ja-Wort gaben. Der eine, ein Grieche, reist als Hair- und Make-up-Artist um den Globus, der andere, ein Bayer, macht irgendwas mit Herzen. Am Abend dann die Party. Sie können es sich ja vorstellen: eine griechischbayrische Black-Tie-Männerhochzeit mit hochmodischen Aspekten, Herzkumpel kauften wir einen Smoking (der genau zwei Tage später 50 Prozent reduziert im Sale hing - danke sehr!). Und mich überkam Abendkleid-Angst. Ja, mich, die Stylistin.

Das ist in etwa so, als wenn Sie als Automechaniker Ihren eigenen Wagen reparieren. Wie immer half der Himmel. Ich trug ein brombeerfarbenes Traumkleid, Modell griechische Göttin, aus Jersey, von Donna Karan (in Zürich zum Beispiel bei Blooms am Paradeplatz). Das Haar trug ich lang. Und das Beste: einen funkelnden Strass-Ohrschmuck von Carmen Cita Jones, genauso glamourös wie ihr Name. Der Syrtaki war nur die Vorspeise.

Brezn und Weissbier gab es allerdings nicht, dafür aber jede Menge Glamour, Champagner und überfliessende Liebe. Die Bräutigame hielten sich gegenseitig Reden - sogar die anwesende Fernsehprominenz musste ein Tränchen verdrücken. Die Damen mit den botoxverzierten Gesichtern versuchten sich an Mimiken der Rührung. Die zahlreiche Verwandtschaft, Freunde aus der ganzen Welt - alle tanzten im Kreis, so lange, bis das zartrosa Morgenrot den Himmel effektvoll schmückte.