Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Eine Short Story

Sehr verehrte Damen und Herren. Wir sollten an dieser Stelle ein Thema von absoluter Dringlichkeit besprechen. Nämlich die angemessene Badebekleidung für den Mann.

Ich verbringe als junge Mutter viel Zeit in Badeanstalten. Am liebsten mit meiner Freundin Lara und Baby Juri. Die Babys entdecken die Badiwelt, und wir quatschen. Über gut aussehende Promi-Astrologen, die richtige Babybrei-Konsistenz und Restaurants in Saint-Tropez. Und über die andern. Sie trägt dazu einen Missoni-Bikini und Juri französische Stoffbadehosen.

Nun ists ja so, dass während der Ferien auch Männer ihre Kids betreuen; so nimmt die Badehosendichte zu. Und damit auch das Drama. Unsere Analyse und Anatomiestudie ergab: viele ausgeleierte Speedos mit Beulen an der falschen Stelle, hängende Hosen mit Tribal-Tattoo-Druck und von der Sonne ausgebleichte Shorts. Das Allerschlimmste: eine dreiviertellange Hose mit grünem Print. Grundsätzlich stimmten weder Farbe noch Länge. Und da war viel zu wenig Stoff. Architekt und Berufs-Asket Mies van der Rohe lag definitiv falsch, als er seine «Weniger ist mehr»-These ausrief! Im Fall von Swim-Shorts ist mehr einfach mehr.

«Guck mal», sagte Lara, «ich hab euch was mitgebracht.» Sie überreichte mir Kosmos erste Badehose. Von Gant. Schlichte meerjungfraugrüne Hawaii-Blumen auf meerblautürkisem Grund. Das Innenfutter mit Sternen. Der Windelbereich anständig bedeckt. Länge: etwa zehn Zentimeter oberhalb des Knies. Die perfekte Badehose eben. Das gilt nämlich auch für alle Männer, die älter als sechs Monate sind.

Alexandra Kruse, 33, ist Stylistin und schreibt wöchentlich eine Kolumne für die «Schweizer Illustrierte».

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