Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Ganz genau wie früher!

Alexandra Kruse greift ab und an in die Tiefen ihres Kleiderschranks, um ihre schlampigen T-Shirts hervorzuholen. Denn, dessen ist sich die Stylistin sicher, nichts verleiht einem mehr Sexappeal.

Bevor ich Mutter wurde, hatte ich tatsächlich eine starke Leidenschaft für Tanzflächen in Kombination mit mehr oder weniger stark alkoholischen Getränken. Auch wenn es dafür genug handfeste Beweise gibt, kommen mir alle Geschichten, die mit «Weisst du noch, als du die Flasche Moët einfach alleine ausgetrunken hast und darauf bestanden hast, das T-Shirt auszuziehen?» beginnen, wie unwirklich vor.

Und doch scheint Mutter Natur sich eine Art geheimes Programm ausgedacht zu haben, das verhindert, dass junge Mütter «Crazy in Love»-Performances veranstalten. Wahrscheinlich so eine Art Naturschutzprogramm, das dafür sorgt, dass man sich angemessen um seine Brut kümmert.

Meine betrunkene Vergangenheit jedenfalls liegt mit sämtlichen schlampigen T-Shirts zusammen irgendwo gut versteckt ganz hinten im Kleiderschrank. Schlampige T-Shirts sind übrigens das Geheimnis jeder wohlsortierten Mädchengarderobe - es sind meist sehr schlichte, eventuell sogar weisse T-Shirts, die den Körper locker umhüllen; man fühlt sich darin unbeschreiblich sexy und gut. Sie geben einem einfach das Gefühl, Beyoncé am Superbowl zu sein.

Der Witz ist, man kann sie nur ganz selten bis gar nicht fertig kaufen. Sie entwickeln sich erst über die Jahre, manche von ihnen haben sogar kleine Löcher, so wie meine. Ich kann Ihnen versichern: Weniges auf der Welt fühlt sich so gut an, wie das schlampige T-Shirt nach zwei Jahren wieder mal anzuziehen, nur drei Gläser Moët zu geniessen und sein eigenes Comeback mit crazy Dance-Moves (dt. Tanz-Bewegungen) zu feiern.

Nur eine Sache ist heute ganz anders: das Wiedernachhausekommen. 

Weitere Beiträge von Alexandra Kruse finden Sie im Dossier von SI online.