Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Glamour-Queen

Mmhm. Das Gefühl, unglamourös zu sein, ist wahnsinnig gemein. Es zieht vom kleinen unlackierten Zehennagel (die Rettung heisst Gel Colour von OPI, trocknet in 30 Sekunden und sieht wochenlang frisch lackiert aus) hinauf in die gesplissten Haarspitzen (hier hilft Burgerstein Hair & Nails!) und drückt sich durch zart hängende Mundwinkel aus.

Selbst wenn man ein SMS vom Friseur mit der Anrede «Hey, Beauty» erhält und der Liebste einem «Für mich bist du glamourös genug» ins zerzauste Haar haucht, hat das immer noch nichts damit zu tun, wie man sich fühlt. Nämlich nicht gut. Oder einfach nicht gut genug, um einen Raum voller grauer Mäuse zu erhellen, souverän Kirschen zu klauen, Turnschuhe zum Abendkleid zu tragen oder Sonnenbrillen in geschlossenen Räumen. Es fehlt einfach dieses klitzekleine Bisschen vom gewissen Etwas, das Bauarbeiter davon überzeugt, einem frivole Dinge hinterherzurufen. Und Eisverkäufer dazu zwingt, einem ein Eis zu schenken.

Meine Erkenntnis der Woche: Man kann sich eine Portion Glamour leihen. Als Starthilfe sozusagen. Oder man lässt sich anstecken. In diesem Fall hab ich eine Geheimwaffe: Meine Freundin Nad, die sich durchs perfekte Haar streicht, laut denkt, dass sie für diesen Sommer einen Motorradführerschein braucht, drei Wochen später einen hat, oder einfach einen Nachtclub in einer alten Strip-Bar eröffnet, über den die ganze Stadt spricht. So nebenbei ist sie Modefotografin, und an ihr sieht sogar ein Brockenhauskleid glamourös aus. Ich finde, jeder sollte eine haben, eine Glamourquelle. Wer ist Ihre?

Alexandra Kruse, 33, ist Stylistin und schreibt wöchentlich eine Kolumne für die «Schweizer Illustrierte».

.................................................................................................................................

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie mit – im unten zur Verfügung gestellten Kommentarfeld.