Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Ich bin barock

Herzkumpel findet meinen Körper barock. Ich verstehe dann natürlich «fett». In meinem Hirn zeichnen sich sofort die berühmten Rubens-Frauen, gepaart mit pausbackig-engelsgesichtigen und bunt bemalten Porzellanfiguren.

Klar, dass Frauen immer etwas anderes verstehen, als Männer meinen. Darauf basiert anscheinend das Konzept dieser Welt. Aus Missverständnissen, die sich dann im Lauf der Zeit klären. Man versucht zu diskutieren, streitet, versöhnt sich wieder und lernt so voneinander und miteinander. Jedenfalls traf mich die Sache mit «barock».

Zumal ich ja zugebe, dass ich nicht aussehe, als hätte ich kein Kind geboren. Und schon gar nicht wie vorher. Irgendwie sind meine Hüften breiter, mein Becken runder. Frauen wie Kate Hudson, die ehrlich genug sind, um zuzugeben, dass sie sechs Stunden am Tag Sport machen müssen, um gut auszusehen, müssen sich anhören, sie seien Rabenmütter.

Ich habe leider kein Sportprogramm. Abgesehen vom Schleppen des fröhlichen, beinahe zehn Kilo schweren Babys und den Hunderten von Kleidertüten, die ich als Stylistin immer schleppe. Auf jeden Fall verbringe ich den einen oder andern Mittag lieber bei Hermès als in der Kantine. Gürtel übrigens sind ein Instant-Schlankmacher. Genau wie die richtige Unterwäsche (ich rate zu Spanx). Und siehe da, die Beine werden dünner. Leider macht aber Nichts-Essen sehr schlechte Laune. Bei mir zumindest. Und das ist der Umwelt gegenüber nicht fair. Dann bin ich eben barock. Ist vielleicht gar nicht so schlimm. Jedenfalls besser als schlecht gelaunt. Oder fett!

Alexandra Kruse, 33, ist Stylistin und schreibt wöchentlich eine Kolumne für die «Schweizer Illustrierte».

Alle Kolumnen von Alexandra Kruse finden Sie im Dossier von SI online.

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