Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Magische Chügeli

Bloggerin Alexandra Kruse wird zur Viren-Dompteurin und entdeckt ein neues Heilmittel.

Ein grosser Vorteil meines Working-Mum-Daseins ist der, dass ich nicht jedes um das Krabbel-Kindchen rumschwirrende Bazillus einfange und somit nur alle acht Wochen erkältet bin statt alle vier. Es mag an diesem Wahnsinns-Spirulina - Vitamin-A-bis-Z-Cocktail - liegen, den ich mir einflösse, meiner Vorliebe für eiskalte Wechselduschen oder meinem resoluten Wesen.

Und doch: Der sibirische Frühling war stärker, und so war es ausnahmsweise ich, die alle andern ansteckte. Sogar Kosmos Plüschdrache fing an, laut zu niesen. Herzkumpel erwischte es sogar so schlimm, dass er sich drei Tage in einer Bettenburg aus gleich vier Decken verschanzte und eines Nachts leise fragte, ob man an Sinusitis sterben kann. Kosmo hingegen verfolgte die Wimmerstrategie, wahlweise mit heulendem Wehklagen. Sonst so gar nicht seine Art.

Ich persönlich schniefte tapfer vor mich hin und versuchte, eine gute Krankenschwester zu sein. Mit roter Nase statt mit rotem Kreuz. Ich badete und wickelte, hätschelte und tätschelte und versuchte dabei, die Viren zu domptieren. Rote Äuglein schauten mich dankbar an. So richtig besser aber ging es niemandem. Ich legte mich resignierend hin.

Im Traum hörte ich ein Wort, Phosphor. Merkwürdig, was sollte das heissen? Brandstiftung? Bomben? Nichts machte wirklich Sinn. Nur ein Besuch in der Apotheke. «Wissen Sie, Phosphorus ist ein homöopathisches Medikament - besonders gut bei Erkältungen», klärte mich die Apothekerin liebevoll auf.

Logisch, dass es allen bald besser ging. Und wir alle zusammen fröhliche, heilende Stunden mit Bilderbuchgucken und Teetrinken im Familienbett verbrachten.

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