Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Mama!

Wenn Sie wissen möchten, welche Facebook-Statusmeldung in 60 Minuten 48 «Likes» auslöst, erzähle ich Ihnen diese kleine Geschichte.

Meine neue Lieblingszeit ist der frühe Nachmittag, wenn beide Jungs in meinem Leben friedlich ein Mittagsschläfchen halten und niemand Bauklötze umhaut. Ich lese dann die «Vogue», gerne in Begleitung von einem Schluck gutem Tee. (Sie wissen ja, die Koffeinsucht, die mich immer so wankelmütig macht. Wankelmut kann man zu keiner Zeit gebrauchen, im Winter schon gar nicht. Und als arbeitende Mutter auch nicht.)

Dazu ein feines Macaron. Bei Macarons bin ich unnachgiebig. Sie dürfen nur vom französischen Zuckerbäcker-Traditionshaus Ladurée sein! Das ist quasi Gesetz. Zum Glück haben die eine Filiale in Zürich. Ich weiss, wenn man genau hinguckt, ist es nichts weiter als eine farbige Masse Schaumzucker in einer noch zuckrigeren Verpackung mit einem Stückpreis, der in keinem Verhältnis zu den Herstellungskosten steht, im wahrsten Wortsinn vollkommen unökologisch. Alles ganz ungesund, aber höchst befriedigend. Ein Sofort-Zufriedenmacher, sozusagen. Mein innerer Süss-Schnabel verlangt seit Neustem sogar die von Alber Elbaz für Lanvin gestaltete Sonder-Edition, die nach Kaugummi und glücklicher Kindheit schmeckt. Ich serviere sie mir selber auf einem kleinen Silbertablett und geniesse mindestens drei davon zusammen mit den Schlafgeräuschen aus dem Kinderzimmer.

Nur letzte Woche, Montag um 15.09 Uhr, als plötzlich ein kleines Stimmchen laut und deutlich zum ersten Mal «Mama» sagte, fiel mir der letzte Krümel aus der Hand. Liebe Macarons, es war immer sehr schön mit euch, aber glücklicher als das könnt ihr mich nun mal einfach nicht machen!

Alexandra Kruse, 33, ist Stylistin und schreibt wöchentlich eine Kolumne für die «Schweizer Illustrierte».

Weitere Kolumnen von Alexandra Kruse finden Sie im Dossier von SI online.

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