Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Mit Sack und Pack

Ich mag keine Rucksäcke. Auch wenn sie noch so praktisch sind. Ob von Prada oder Schmada, egal! Man erweitert damit sein Leistungsspektrum und Fassungsvermögen, hat die Hände frei - schon klar.

Aber man sieht damit auch aus wie eine Landschildkröte, ein freizeitorientierter Weltenbummler mit ranzigem Hemd, ungewaschenem Haar, Bongotrommel, angekiffter Sonntagslaune und grossen Plänen. Schlimmer noch: wie eine praktisch denkende Mutter, die alles im Griff hat, Allwetterjacken trägt und um deren Kopf ein Imperium aus Milchflaschen, Feuchttüchern und Erziehungsratgebern kreist.

Nun hab aber auch ich neuerdings ein kleines Lebewesen zu transportieren. Mit Zubehör und meiner eigenen Garderobe macht das in Minimalausstattung einen Rucksack voll! In der linken Hand den Maxi Cosi, in der rechten die Handtasche voll mit Rasseln, Proviant und Windeln, auf dem Bauch das Kindchen im Sack und auf dem Rücken - eine fette grüne Kröte mit dem absurden Namen Mammut Light 60. Light, also leicht, war hier gar nichts, und mir standen schon auf dem Weg zum Bahnhof alle Haare zu Berge.

Ich sah aus wie auf der Flucht. Laut fluchend verlor ich die Fassung. Und wünschte mir nichts mehr als einen Kofferträger in eleganter Uniform, so wie auf der letzten Louis-Vuitton-Modeschau! Jedes dieser Models hatte einen eigenen Träger, nur ich nicht. So führte ich stöhnend den Kampf mit der Materie, bis ich eine Frau sah, die mit spielender Leichtigkeit einen Kontrabass durch den Zug bugsierte. Wie immer: alles eine Frage der Perspektive!

Alexandra Kruse, 33, ist Stylistin und schreibt wöchentlich eine Kolumne für die «Schweizer Illustrierte».

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