Mein Leben und ich

Mein Leben und ich

Was haben Kinder und It-Bags gemeinsam? Sie gehören zum Leben einer Frau mit Stil.

Schlüsselkind

Unsere Bloggerin Alexandra Kruse muss mit Söhnchen Kosmo zum Kinderarzt und bereut, ihm zur Ablenkung den Hausschlüssel gegeben zu haben.

Da wird ja nun allerorts diskutiert, wie man das so macht mit Kindern. Wer jemals in einem wichtigen Meeting ein Spielzeug-Einhorn statt der Unterlagen aus der Handtasche zog und seine Steuererklärung gewaschen hat, weiss, was ich meine. Ehrlich gesagt: Es bringt einen an die Grenzen des Möglichen. Letzte Woche etwa.

Ich war drei Tage in London, Herzkumpel drei Tage in Paris; nicht die Regel, aber auch Ausnahmen gilt es zu bewerkstelligen. Der siebte Tag, an dem man nach biblischen Gesetzen ruhen sollte, wahlweise auf dem Sofa liegen oder Osterküchlein essen oder sich gedanklich mit seiner Sommergarderobe beschäftigen sollte, war der Wahnsinn. Wir mussten beide am Morgen zum Zahni mit Bohren und Betäuben. Wir dachten, es sei schlau, das an einem Tag zu machen. Wenn beide halbseitige Gesichtslähmungen haben, ergänzt man sich gut.

Am Nachmittag hatten wir dann noch einen Kinderarzttermin. Klassischer Planungsfehler. Die Tatsache, dass unser Kinderarzt in einer Villa mit Blick über See und Berge residiert, half nur bedingt. Der Einzige, der hyperaktiv war, war Kosmo. Als Ablenkungsmanöver gaben wir ihm den Haustürschlüssel zum Spielen. Und lobten unser Kind für die Verantwortung, die wir ihm übertrugen. So klein und schon einen Schlüssel.

Zwei Stunden später war der Schlüssel natürlich weg. Unauffindbar. Verloren. In den Tiefen des Universums verschwunden. Sie können sich das Drama vorstellen. Wir suchten den ganzen Weg ab. Riefen an allen Orten an. Hatten Zahnweh. Bis ich vor lauter Anstrengung meine Jacke auszog. Der Schlüssel baumelte um meinen Hals. Und Kosmo? Guckte aus grossen runden Augen so, als wollte er sagen: «Siehste!»

Weitere Beiträge von Alexandra Kruse finden Sie im Dossier von SI online.