My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Auf ein Cüpli mit Exil-Schweizern

Es ist der Event für heimische Auswanderer in Los Angeles. Jeden Monat treffen sich in Hollywood Exil-Schweizer, um Kontakte zu knüpfen, neue Freunde zu finden oder einfach mal wieder Schwiizerdütsch zu sprechen. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber mischte sich diese Woche unters Partyvolk.
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© Getty Images

Am Apéro der Exil-Schweizer wurde die eine oder andere Flasche Champagner geöffnet.

Am Anfang war ich etwas skeptisch. Gebe ich zu. «Swiss Hollywood Meetup» - ein Treffen für Schweizer, die in Los Angeles wohnen. Wenn ich etwas hier liebe, dann ist das die Mentalität der Kalifornier. Offen, kontaktfreudig, freundlich. Immer. Überall. Etwa das Gegenteil von uns Schweizern. Sorry, ist doch so. Gegenüber Fremden sind wir zurückhaltend, ein Hoi auf der Strasse gibts selten und wenn man jemandem ein Kompliment macht, hat der andere gleich das Gefühl, man flirtet mit ihm.

Da war ich nun also im Uber nach West Hollywood, nichtsahnend, was mich erwarten würde. Kaum betrat ich das Patio des Restaurants, wurde ich mit «Hoi, und wer bisch du?» begrüsst. Läck, wie habe ich es vermisst, hier Schwiizerdütsch zu sprechen!

Exil-Schweizer Party Los Angeles Raffael Dickreuter
© Raffael Dickreuter

Die Party bei Raffael Dickreuter.

Man sagt ja, dass man im Ausland mehr Patriot ist als in der Heimat. Bei mir trifft das zu 100 Prozent zu. Und Menschen zu treffen, die den gleichen Schritt wie ich gewagt haben, ihren Träumen gefolgt sind, das verbindet. Wenn diese dann auch noch die gleiche Sprache sprechen, bingo!

«Als ich vor elf Jahren nach Los Angeles kam, kannte ich auch niemanden», sagte mir Raffael Dickreuter an der Bar. Er hat den Event vor zweieinhalb Jahren ins Leben gerufen. «Die Stadt lebt extrem von Leuten, die man kennt. Ich möchte Schweizern, die hier wie ich damals neu anfangen, helfen, Freunde zu finden oder Kontakte zu knüpfen.»

Auch Promis wie Carlos Leal, Max Loong oder Nadine Vinzens kommen immer wieder gerne vorbei, verrät er. Dabei ist der Berner selbst ein bekannter Fotograf und Action-Designer, hat bereits bei 37 Filmen mitgewirkt, unter anderem bei «Fast & Furious 7».

Raffael Dickreuters «Black-Mirror»-Fotoprojekt ging gerade um die Welt. Mit seiner Freundin stellte er bekannte Modebilder nach. Der Unterschied: Model Deddeh Howard ist dunkelhäutig. «Wir fragten uns, wieso bei den grossen Labels immer nur weisse Models gebucht werden. Deshalb haben wir all die bekannten Kampagnen nachgeshootet, in meiner Wohnung, ohne grosses Budget.» BBC World News, Bild, Huffington Post, ABC News - das Projekt fand weltweit ein riesiges Medienecho. «Wir sind noch immer überwältigt», lacht Raffael.

Gelacht habe ich auch viel an diesem Abend. Die Zeit ging leider viel zu schnell vorbei. Mit ein paar neuen Telefonnummern, Facebook-Freunden und interessanten Lebensgeschichten steige ich wieder ins Uber nach Hause - und freue mich schon auf das nächste Cüpli-Treffen!

Im Dossier: Alle «My awesome Life in Hollywood»-Beiträge von Jasmin Gruber