My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Fake-Würmer, Seegras und verbotener Wein

Velofahren verlernt man nie. Bei anderen Hobbys sieht das jedoch ein wenig anders aus. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber war mal Jugendfischerin des Jahres. Betonung auf «war».
Hollywood-Blog Boot fahren fischen
© Jasmin Gruber

Petri Heil! Jasmin Gruber versucht sich neuerdings (wieder) als Fischerin.

Meine Freundin Nat und ich haben ein neues Hobby. Fischen. Raus aus der Grossstadt, rein in die Natur. Der See Castaic liegt gut 40 Minuten von uns entfernt, ein wahres Schmuckstück. Beim Mieten des Motorboots muss ich lachen, ein ganzer Tag kostet hier so viel wie eine Stunde auf dem Zürichsee.

Auch das Fischerpatent ist ein Witz. In der Schweiz muss man ein Brevet absolvieren und für jeden See und Fluss einzeln bezahlen. Hier blättert man 40 Dollar hin - für ein ganzes Jahr in ganz Kalifornien!

Zuerst haben wir es mit richtigen Würmern versucht. Doch nach einer halben Stunde Dauergeschrei und unzähligen «Iiiiihhhhh»-Rufen müssen wir uns eingestehen, dass wir doch zu sehr Mädchen sind.

See Castaic Hollywood-Blog Boot fahren fischen
© Jasmin Gruber

Der See Castaic liegt gut 40 Minuten nördlich von Los Angeles.

Wie es scheint, habe ich mittlerweile alles Gelernte vergessen. Als 13-jähriges Mädchen habe ich einen Pokal gewonnen. Ich war Jugendfischerin des Jahres im Rheintal. Jetzt bin ich davon meilenweit entfernt. Vermutlich haben die Fische unsere Fake-Würmer durchschaut. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass wir nach zwei Stunden noch immer keinen Biss haben.

«Hey, ich habe einen Fisch!», rufe ich eine halbe Stunde später total euphorisch. Nat zückt ihr Handy, der Fang des Tages muss natürlich festgehalten werden. Ein paar Minuten später kriegt sie sich vor Lachen kaum mehr ein. Mein Fake-Wurm hat sich doch tatsächlich im Anker verheddert.

«Ihr wisst schon, dass man hier keinen Alkohol trinken darf?», ruft uns ein älterer Mann vom Boot nebenan zu und blickt (eifersüchtig) auf unsere Weissweinflasche. Wir stellen uns dumm und fahren weiter. Vielleicht haben wir woanders ja mehr Glück.

Dann übertreffe ich mich selber. Statt im Wasser landet mein Fake-Wurm in einem Baum nahe des Ufers. Das muss man erst mal schaffen. Nat ist jedoch auch nicht besser. Alle 10 bis 20 Minuten schreit sie vor Glück, um nachher festzustellen, dass am Ende ihres Angelhakens kein Fisch, sondern Seegras «angebissen» hat.

Nach geschlagenen fünf Stunden, zwei Flaschen Weisswein und keinem einzigen Fisch machen wir uns schliesslich wieder auf den Heimweg. Nächstes Mal klappts ganz bestimmt. Es muss. Schliesslich haben wir uns die ganze Fischerausrüstung gekauft. Petri Heil!

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