My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Daheim ists halt doch am schönsten!

Wie fühlt es sich an, wenn man zum ersten Mal Ferien in der Schweiz macht? Unsere Bloggerin Jasmin Gruber schlug ihre Zelte vor wenigen Monaten in Los Angeles auf und ist jetzt zu Besuch in ihrer Heimat.
Schweizer Pass
© Jasmin Gruber

12 Tage in der Schweiz: Bloggerin Jasmin Gruber erlebt schon im Flugzeug nach Hause eine Überraschung.

«Grüezi, herzlich willkomme an Bord!» Selten habe ich mich so gefreut, Schweizerdeutsch zu hören! In 10 Stunden und 30 Minuten werde ich nach Monaten wieder meine Familie und Freunde sehen. Ich freue mich riesig, auch wenn ich nicht gerade scharf auf Temperaturen um den Gefrierpunkt bin. Wir heben ab, und kurze Zeit später steht der Znacht auf dem Klapptischli. Bratwurst mit Röschti und Zwiebelsauce. Besser könnten meine Ferien nicht beginnen!

Völlig kaputt - ich konnte kaum ein Auge zudrücken und habe mir drei Filme reingezogen - landen wir pünktlich wie eine Schweizer Uhr in Kloten. Und zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich wie eine Spitzensportlerin, die an der Olympia eine Medaille gewonnen hat. Meine Mama und ihre Schwester empfangen mich mit Sekt und Kuhglocken, dazu sehen sie aus wie die grössten Fans bei einem Fussballspiel der Schweizer Nationalmannschaft.

Kaum draussen, spüre ich meine Zehen nicht mehr. «Läck isch das kalt!!!», schlottere ich. Zwölf Tage frieren ist nun also angesagt. Ab gehts nach Hause, in mein ehemaliges Kinderzimmer. Eine Horrornacht liegt vor mir, Jetlag hoch zehn. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere, wache jede Stunde auf und verfluche mein Alter.

Als ich dann jedoch denn vollgedeckten Küchentisch sehe, bin ich hellwach. Mama serviert mir Kaffee und Zmorge, wie sehr habe ich das vermisst. Ich fühle mich wieder wie ein Teenager, nur wusste ich das damals nicht zu schätzen als Rotzlöffel. Wir reden viel, essen, besuchen Verwandte, essen noch mehr und am Abend gehts mit ein paar Freunden in eine Bar. Diese Nacht schlafe ich zwar durch - dem Alkohol sei Dank - am Sonntagmorgen fühle ich mich jedoch wie von einem Lastwagen überfahren. Ich habe keinen Kater, sondern ein ganzes Tierheim. Dabei habe ich doch gar nicht sooo viel getrunken?

Stunden später habe ich bereits wieder einen Glühwein in den Händen. Wir haben Weihnachtsmarkt hier im Dorf, und alle paar Meter höre ich «Hey, wie gohts? Scho lang nüme gseh!» Nach ein paar Glühweinen mehr und Nüssli und Chips liege ich bereits wieder vollgefressen auf dem Sofa. Wenn das so weitergeht, muss ich bald noch einen zweiten Platz im Flieger zurück reservieren.

Man sagt ja, wenn man im Ausland lebt, wird man zum Patrioten. Seit Jahren habe ich davon geredet, dass es mein grösster Traum ist, in einem anderen Land zu leben. Ich würde die Schweiz ganz sicher nicht vermissen, habe ich immer behauptet. Asche über mein Haupt. Jetzt, wo ich in Los Angeles wohne, vermisse ich die Schweiz. Auch wenn ich mich dort wohl fühle und den Schritt keine Sekunde lang bereue. Aber niemand kann die eigene Familie und die Freunde, die man seit Kindertagen hat, ersetzen.

Im Dossier: Alle L.A.-Blogs von Jasmin Gruber