My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

«Hopp, wa koschts?» - «Excuse me?!»

Von einem 8000-Seelen-Dorf in die Millionen-Metropole Los Angeles. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber hat zum ersten Mal Besuch aus ihrem Heimatdorf. Ein Kulturschock vom Feinsten.
Blog Los Angeles Jasmin Gruber Sightseeing
© zvg

Jasmin Gruber (2.v.l.), ihre Freundin Nat (links) und ihr Besuch aus der Schweiz.

Alle meine Freunde, die mich bisher hier besucht haben, waren schon zuvor in Los Angeles. Ich musste mich nicht sonderlich anstrengen, sie mit der coolsten Sightseeing-Tour überzeugen oder ihnen die Do's und Don'ts hier erklären. Doch dieses Mal ist es ein wenig anders. Meine Cousine Sonja, ihr Freund Fabian und Sandra, unsere gemeinsame Freundin, waren noch nie in den Staaten. 

Die drei kommen - wie ich - aus Widnau, einem kleinen Dorf im Kanton St. Gallen. Nahe der Grenze zu Österreich. Dort, wo die Uhr noch ein wenig stehen geblieben ist (das meine ich nicht negativ!), wo jeder jeden kennt und wo man Grossstädte verabscheut.

Klar, war ich ein wenig nervös. Was halten sie von meinem neuen Leben in Los Angeles? Mögen sie meine Freundin Nat? Wie werden sie hier klar kommen? Ich begrüsse meine Gäste mit einem feinen Zmorge mit Vollkornbrot, Bagel, Aufschnitt, La vache qui rit, Hüttenkäse, Rührei und Gemüse-Dips direkt an «meinem» Pool. «Häsch es du schüa do», meinen sie im Chor. 

Dann steht Sightseeing auf dem Programm. Das Übliche. Walk of Fame, Beverly Hills, Rodeo Drive, Venice Beach. «I hett nöd denkt, dass Los Angeles so schüa isch», zieht Sandra ihr Fazit. Auch die Universal Studios haben den Rheintalern gefallen. Mir übrigens auch. Obwohl ich keine zehn Minuten davon entfernt wohne, war ich noch nie dort. Shame on me, I know. 

Mein Ass im Ärmel ist jedoch Catalina Island. Eine kleine Insel gut eine Stunde von der Küste Kaliforniens entfernt. Wir mieten ein Golfwägeli und kurven über Stock und Stein, relaxen am Sandstrand bei 30 Grad und für den Adrenalin-Kick gehts auf die Zipline. Und wieder fallen wir am Abend alle glücklich und zufrieden ins Bett.

Sonja, Fabian und Sandra schlagen sich richtig gut hier. Auch wenn der Kulturschock etwas grösser ist, als gedacht. Sie sind schockiert über die verstopften Freeways («I motz nie meh über Stau i de Schwiiz»), können es kaum glauben, dass es so viele Obdachlose hat («Häts do kei Sozialamt?») und staunen über all die Freaks und Strassenkünstler («Z'Widnau häts nöd oan so komischa Typ!»).

Das Highlight der vergangenen Tage? Als wir nach einem anstrengenden Tag die Parkgebühr bezahlen wollten und Fabian müde und genervt «Hopp, wa koschts» aus dem Fenster brummte. «Excuse me?!» - der Blick der Frau war unbezahlbar, ich habe noch heute Bauchweh vor lachen.

Apropos unbezahlbar. Morgen nehmen Nat und ich unsere drei Gäste mit in die Stadt der Sünde, die Manieren lassen wir schön in Los Angeles. Aber keine Angst, was in Vegas passiert, bleibt nicht dort. Nicht, wenn man einen Blog schreibt. 

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